Lenín Moreno | Bildquelle: AFP

Wahl in Ecuador Moreno macht das Rennen

Stand: 03.04.2017 05:50 Uhr

Ein knapper Ausgang der Stichwahl um das Präsidentenamt in Ecuador war erwartet worden. Nach Angaben der Wahlkommission hat der Sozialist Moreno das Rennen gemacht. Doch sein Rivale Lasso ficht das Resultat an. Er spricht von Betrug.

Die zweite Runde der Präsidentenwahl in Ecuador hat der Sozialist Lenín Moreno für sich entschieden. Der Kandidat von der linksgerichteten Regierungspartei Alianza País kam auf 51 Prozent der Stimmen, der rechtskonservative Oppositionsführer Guillermo Lasso auf 49 Prozent. Das teilte die Wahlkommission nach Auszählung von 95 Prozent aller Stimmen mit.

Auch wenn noch nicht alle Wahllokale ausgezählt waren, lag Moreno damit knapp, aber uneinholbar vorn. "Genossen, wir haben absolut sichere Daten - wir haben die Wahl gewonnen", rief Moreno seinen Anhängern zu.

Der 64-Jährige kann damit die Politik des so genannten Sozialismus des 21. Jahrhunderts und die sozialen Reformen seines Vorgängers Rafael Correa fortsetzen. Er werde nicht ruhen, bis alle Ecuadorianer über eine Wohnung verfügten und der Analphabetismus im Andenland vollständig beseitigt worden sei, sagte Moreno. Gleichzeitig rief er zu einem friedlichen Zusammenleben auf: "Wir werden mit weniger Konfrontation und mehr Toleranz regieren."

Lasso vermutet Wahlbetrug

Lasso erkennt den Wahlausgang nicht an. Er forderte eine zweite Auszählung, nachdem mehrere Hochrechnungen ihn als den Gewinner angegeben hatten. Die unterschiedlichen Angaben führten dazu, dass zunächst beide Kandidaten ihren Sieg verkündeten. Von Anfang an war mit einem knappen Ausgang der Stichwahl gerechnet worden. Rund 12,8 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, den Nachfolger von Staatschef Correa zu bestimmen, der nach zehn Jahren im Amt abtritt.

Guillermo Lasso | Bildquelle: REUTERS
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Lasso will Morenos Sieg nicht akzeptieren. Er forderte eine zweite Auszählung.

Es gebe Beweise für Manipulationen zu Gunsten Morenos, sagte Lasso. Er will die Akten aller Wahllokale überprüfen lassen und rief seine Anhänger auf, auf die Straßen zu gehen: "Wir sollten bei unseren Protesten friedlich, aber standhaft bleiben. In einer Demokratie darf man auf die Straße gehen und sagen: Klaut mir meine Stimmen nicht, denn wir wollen einen Wechsel in Ecuador." In der Nacht kam es schon zu Protesten - Lassos Anhänger riefen "Betrug, Betrug".

Moreno verlangte von Lasso dagegen, seine Niederlage endlich einzugestehen: "Bitte, mein Herr, Sie haben die Wahl verloren - akzeptieren Sie das als Demokrat!" Er ging aber auch auf seine Gegner zu und versprach, der Präsident aller Ecuadorianer zu sein.

Moreno gewinnt Wahl - Gegner Lasso ruft zu Protesten auf
tagesschau 09:00 Uhr, 03.04.2017

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Was wird aus Assange?

Auch der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, dürfte den Wahlausgang mit Spannung verfolgt haben. Bleibt es bei dem Sieg für Moreno, kann er wohl damit rechnen, dass ihm weiterhin Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London gewährt wird. Dies hatte Moreno vor der Wahl zugesagt. Lasso hatte dagegen angekündigt, die von Correa getroffene Entscheidung zu revidieren.

Julian Assange | Bildquelle: REUTERS
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Lebt seit Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London: Julian Assange

Assange lebt seit Juni 2012 in der Botschaft, um einer Auslieferung an Schweden und letztlich an die USA zu entgehen. Die schwedische Justiz will ihn zu Vergewaltigungsvorwürfen befragen. Der 45-jährige Australier spricht von einem politisch motivierten Verfahren und von einvernehmlichem Sex. Er befürchtet, dass ihn Stockholm an die USA ausliefert, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und möglicherweise die Todesstrafe droht.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte in den vergangenen Jahren Hunderttausende geheime Dokumente, unter anderem über das Vorgehen der US-Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan.

Moreno setzt sich knapp durch - Gegner wittert Betrug
I. Marusczyk, ARD Buenos Aires
03.04.2017 06:34 Uhr

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Mit Informationen von ARD-Korrespondent Ivo Marusczyk.

Über dieses Thema berichteten am 03. April 2017 NDR Info um 05:00 Uhr in den Nachrichten und die Tagesschau um 09:00 Uhr.

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