Ein Soldat in Donezk bringt sein Kind in die Schule. Es ist der erste Schultag in der Ostukraine. | Bildquelle: REUTERS

Keine Vorfälle gemeldet Waffenruhe in der Ukraine hält

Stand: 01.09.2015 19:00 Uhr

Zum Schulanfang hatten sich Militär und Separatisten in der Ostukraine auf eine neue Waffenruhe geeinigt. Zumindest der erste Tag gibt Grund zur Hoffnung: Beide Seiten meldeten keine Vorfälle. Ein weiterer Toter wurde dagegen aus Kiew gemeldet.

Seit heute gilt in der Ostukraine eine Waffenruhe. Bisher hält sie. Ein Militärsprecher in Kiew erklärte, bis zum Mittag habe es keine Berichte über eine Verletzung der Feuerpause im Osten des Landes gegeben. Auch die unabhängigen OSZE-Beobachter meldeten keine Gefechte. Damit schweigen im Kriegsgebiet in der Ostukraine erstmals seit sechs Monaten die Waffen. So hatten es die Konfliktparteien - das Militär und die prorussischen Separatisten - in der vergangenen Woche vereinbart.

Waffenruhe in der Ukraine auf dem Prüfstand
tagesschau 20:00 Uhr, 01.09.2015, Udo Lielischkies, ARD Berlin

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Wie lange hält die Waffenruhe dieses Mal?

Doch wie lange der Frieden angesichts der zuletzt immer wieder brüchigen Waffenruhe diesmal hält, da will sich niemand festlegen. "Bereits den fünften Tag wird an der Front nicht aus Artillerie und Mörsern geschossen. Den fünften Tag sterben keine ukrainischen Soldaten mehr", sagte Präsident Petro Poroschenko erleichtert.

Beide Konfliktparteien hatten sich vergangene Woche darauf verständigt, zum Beginn des neuen Schuljahres die im Februar im Minsker Abkommen vereinbarte, aber immer wieder durchbrochene Waffenruhe durchzusetzen. Die Ukraine kämpft seit April 2014 gegen einen prorussischen Aufstand im Osten des Landes. Bei den Kämpfen sind mehr als 6500 Menschen getötet worden.

Dritter Polizist gestorben

Unterdessen erhöhte sich die Zahl der Opfer nach den gewaltsamen Zusammenstößen von Kiew. Ein dritter Polizist, der am Montag vor dem Parlament in der ukrainischen Hauptstadt bei einer Explosion verletzt worden war, erlag seinen Verletzungen, wie Innenminister Arsen Awakow mitteilte.

Bei den Auseinandersetzungen hatten Demonstranten gewaltsam gegen eine Verfassungsreform protestiert. Diese soll der Ostukraine mehr Autonomierechte zusichern.

Wieder einmal ein Waffenstillstand in der Ukraine
H. Krause, WDR Moskau
01.09.2015 03:49 Uhr

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