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Israel hat nach eigenen Angaben ein Frachtschiff mit einer großen Menge Schmuggelwaffen aufgebracht. Sie kämen aus dem Iran und seien für die Hisbollah im Libanon bestimmt gewesen. Das Schiff gehört einer deutschen Reederei in der Nähe von Hamburg. Der Eigner erklärte, er habe von dem Waffenschmuggel nichts gewusst. Der Frachter sei seit gut zwei Monaten von dem Cargo-Unternehmen UFS gechartert worden.
Von Clemens Verenkotte, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
Die israelische Marine hat nach eigenen Angaben einen großen Waffenschmuggel vor der Küste von Zypern aufgedeckt. Der Marine-Befehlshaber Rani Ben Jehuda teilte auf der Marine-Basis im Hafen Aschdod mit, was bislang an Bord des aufgebrachten Schiffes mit dem Namen "Francop" gefunden wurde: "Zig Container und darin Hunderte Tonnen Waffen, die vom Iran für die Hisbollah bestimmt waren." Wenn man sich die Waffentypen und die Mengen anschaue, erkenne man, dass sie für Terrorzwecke vorgesehen seien. Er habe keinen Zweifel, dass die Waffen aus dem Iran kämen und über Syrien an die Hisbollah geschickt werden sollten.
[Bildunterschrift: Israelische Soldaten entladen Raketen, die die Marine auf einem Schiff bei Zypern beschlagnahmt hat. ]
Nach Angaben des Marine-Offiziers hätte die Waffenlieferung die Hisbollah in die Lage versetzt, mindestens einen Monat lang gegen Israel zu kämpfen. Bei den Rüstungsgütern, die als zivile Ladung deklariert worden seien, handele sich unter anderem um Raketen und Panzerabwehrwaffen.
In der vergangenen Nacht hatte ein israelisches Marinekommando rund 160 Kilometer vor der Küste Israels das unter der Flagge des Karibikstaates Antigua fahrende Schiff aufgebracht, die Ladung inspiziert und anschließend das Schiff in den israelischen Hafen Aschdod schleppen lassen.
Offenbar habe ein iranisches Schiff die Waffenlieferung bis zu einem ägyptischen Hafen gebracht. Dort seien die Rüstungsgüter auf das Handelsschiff "Francop" umgeladen worden. Die überwiegend polnische Schiffsbesatzung habe keine Kenntnis von der Ladung gehabt, teilte die israelische Marine mit.
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Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte vor Mitgliedern seines Sicherheitskabinetts in Jerusalem, die auf dem aufgebrachten Schiff gefundenen Waffen seien mit der Absicht geschmuggelt worden, Israels Städte zu treffen. Netanjahu sprach in diesem Zusammenhang von einer schweren Verletzung der UN-Resolution 1701, mit der nach dem Ende des zweiten Libanon-Kriegs im Sommer 2006 unter anderem Waffenlieferungen an die Hisbollah im Libanon unterbunden werden sollten.
Generalstabchef Gabi Aschkenazi erklärte nach Angaben des israelischen Rundfunks vor dem Sicherheitskabinett, die Streitkräfte hätten das Schiff seit dem Verlassen des Ausgangshafens beständig verfolgt. Mehrmals habe das Schiff versucht, der Observierung zu entkommen und die Identität des Schiffes zu ändern.
[Bildunterschrift: Die "Francop" im Hafen von Aschdod. ]
Der ehemalige israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas beurteilte den Waffenfund im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit den Worten: "Im Moment ist klar, dass hier ein Versuch unternommen wurde, Waffen an die Hisbollah zu schmuggeln, um Terror gegen Zivilisten zu verüben. Das ist die radikale Achse Iran, Syrien, Hisbollah."
Die Hisbollah hatte im Verlauf des sogenannten "zweiten Libanon-Kriegs" vom Sommer 2006 zahlreiche Kurzstreckenraketen auf Israel abgefeuert. Nach dem Waffengang habe Teheran die Hisbollah-Milizen wieder aufgerüstet, hieß es in israelischen Medien. Das aufgebrachte Schiff liege derzeit im israelischen Hafen von Aschdod, die Ladung werde gründlich untersucht.
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