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Menschen in Gaza feiern die Waffenruhe.

Konflikt zwischen Israel und Palästinensern

Waffenruhe in Nahost hält weitgehend

Nach über einer Woche schwerer Kämpfe zwischen Israel und der Hamas ist es in der Nacht weitgehend ruhig geblieben. Die vereinbarte Waffenruhe scheint zu halten. Zwar schossen radikale Palästinenser nach Angaben der israelischen Polizei auch nach Inkrafttreten am Mittwochabend Raketen auf Israel ab. Verletzt wurde niemand. Israel kündigte an, der Waffenruhe eine Chance zu geben, drohte aber für den Fall einer Missachtung mit einer erneuten Militäraktion.

Im Gazastreifen feierten die Menschen die Feuerpause. Auf den Straßen in Gaza-Stadt fielen sich die Menschen vor Freude über das Ende der Bombardements in die Arme, "Gott ist groß" schallte es aus den Lautsprechern der Moscheen. Einige verteilten Süßigkeiten, andere schwenkten Fahnen der Hamas.

Waffenruhe in Gaza hält
tagesschau 12:00 Uhr, 22.11.2012, Bernd Niebrügge, ARD Tel Aviv

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Angespannte Lage

Die Lage bleibt dennoch angespannt. Denn ein Abkommen zwischen Israel und der Hamas ist noch nicht erzielt, es gibt lediglich die Vereinbarung über eine Waffenruhe. Die Verhandlungen unter Vermittlung Ägyptens gehen daher weiter, etwa über die Bedingungen für eine Öffnung der Grenzübergänge zum Gazastreifen. Das Gebiet steht seit Jahren unter israelischer Blockade.

Daher meldete sich in der Nacht auch der UN-Sicherheitsrat zu Wort. In einer Erklärung wurden zudem alle Beteiligten aufgefordert, sich an die Vereinbarung zu halten und sie ernsthaft und mit guten Willen umzusetzen. "Die Mitglieder des Sicherheitsrats unterstreichen die Bedeutung des Erreichens eines umfassenden Friedens, basierend auf der Vision einer Region, in der zwei demokratische Staaten - Israel und Palästina - nebeneinander in Frieden und mit sicheren und anerkannten Grenzen leben können", hieß es weiter in der Erklärung. Mit anderen Worten: Eine Waffenruhe reicht nicht. Eine dauerhafte Lösung muss her.

Das machte auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon klar. "Wir müssen uns jetzt darauf konzentrieren, dass die Waffenruhe anhält und dass alle in Gaza, die Hilfe brauchen - und davon gibt es viele - sie auch bekommen", sagte Ban. "Es ist eine große Erleichterung für die Menschen in Gaza und Israel und für die internationale Gemeinschaft, dass die Gewalt aufhört. Aber wir sind uns alle der Risiken bewusst."

Bernd Niebrügge (ARD) zur aktuellen Lage im Gaza-Konflikt
tagesschau 12:00 Uhr, 22.11.2012

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Ban mahnt langfristige Lösung an

Nach seinen Informationen seien 139 Palästinenser getötet und mehr als 900 verletzt worden, sagte Ban weiter. Zudem seien rund 10.000 Menschen in Gaza aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben und hielten sich in notdürftigen Unterkünften auf. Vier israelische Zivilisten seien durch palästinensische Raketen ums Leben gekommen und 219 verletzt worden. Außerdem sei ein israelischer Soldat ums Leben gekommen. 1456 Raketen seien aus Gaza nach Israel abgeschossen worden. Israel habe 1450 Ziele in Gaza angegriffen. "Die aktuelle Krise zeigt, dass der Status quo nicht aufrecht zu erhalten ist und dass langfristige Lösungen gefunden werden müssen."

Derweil wurde bekannt, dass Israel mit mehr Militärhilfe der USA rechnen kann. US-Präsident Barack Obama habe den Israelis mehr finanzielle Unterstützung zum Ausbau ihres Raketenabwehr-Programms "Iron Dome" (Eiserne Kuppel) zugesagt, teilte das Weiße Haus mit. Die USA würden damit Israels Sicherheitsbedürfnis verstärkt nachkommen. Vor allem müsse der Schmuggel von Waffen und Sprengstoff in den Gazastreifen unterbunden werden, so Obama.

Die jährliche US-Militärhilfe an Israel beläuft sich auf drei Milliarden Dollar. Schon im Frühjahr hatte die Obama-Regierung auf Anfrage Israels 70 Millionen Dollar zusätzlich bewilligt, damit Israel für die "Eiserne Kuppel" eine weitere mobile Abschussrampe mit je 20 Abwehrraketen finanzieren konnte.

Nach Angaben von Israels Verteidigungsminister Ehud Barak konnte das System 85 Prozent der Raketen aus dem Gazastreifen auf die israelische Zivilbevölkerung abfangen.

Stand: 22.11.2012 12:11 Uhr

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