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Annäherung im Gaza-Konflikt
Ägypten verkündet Waffenruhe in Nahost
Bei den Verhandlungen über eine Waffenruhe zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen hat es einen Durchbruch gegeben. Wie der ägyptische Außenminister Mohammed Kamel Amr bekannt gab, einigten sich beide Seiten auf eine Feuerpause. Sie trat um 20 Uhr MEZ in Kraft. Damit sollen acht Tage heftiger Kämpfe mit fast 170 Toten und etwa 1300 Verletzten auf beiden Seiten enden.
Ein Hamas-Sprecher bestätigte die Angaben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, er habe die Empfehlung von US-Präsident Barack Obama angenommen, "dem Vorschlag über eine Waffenruhe zuzustimmen".
Auf einer Pressekonferenz in Jerusalem betonte er, Israel wolle einer längeren Waffenruhe mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas eine Chance geben. Zugleich hieß es, eine Bodenoffensive im Gazastreifen könnte in Zukunft noch notwendig werden. Gemeinsam mit den USA wolle man entschieden gegen Waffenschmuggel aus dem Iran in den Gazastreifen vorgehen, sagte Netanjahu.
Clinton dankt Ägypten für Vermittlerrolle
US-Außenministerin Hillary Clinton begrüßte die Einigung. Die Bemühungen um ein dauerhaftes Ende der Feindseligkeit würden nun gemeinsam fortgesetzt, sagte sie bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Amr. Gleichzeitig dankte sie der ägyptischen Regierung für ihre Vermittlerrolle in dem Konflikt.
Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich erfreut über die Ankündigung. "Wenn diese Waffenruhe hält, wäre das eine große Erleichterung für uns alle, aber vor allem für die Menschen in Israel und in Gaza", sagte er in Berlin. Alle Seiten stünden jetzt in der Verantwortung, damit aus einer Waffenruhe ein stabiler Waffenstillstand werde.
ARD-Brennpunkt: Nahost - Zwischen Terror und Waffenruhe
ARD-Brennpunkt, 21.11.2012
Verhandlungen sollen morgen beginnen
Die vereinbarte Feuerpause ist eine Vereinbarung, noch kein Abkommen. Sie sieht vor, dass in den kommenden Stunden die Waffen schweigen. Wenn beide Seiten diese Bedingung einhalten, könnten in 24 Stunden die Verhandlungen über die Forderungen von Hamas und Israel beginnen.
Israel verlangt zum Beispiel nicht nur ein Ende der Angriffe aus Gaza sondern auch weiter Kontrollmöglichkeiten auf palästinensischem Gebiet. Die Hamas fordert, dass Israel und Ägypten die Blockade des Gaza-Streifens aufheben und freien Personen- und Warenverkehr zulassen.
Auch nach dem Beginn der Waffenruhe kam es nach Angaben der israelischen Polizei zu weiteren Raketenangriffen aus dem Gazastreifen. Zwölf palästinensische Raketen seien auf israelisches Gebiet abgefeuert worden. Zu Schaden gekommen sei niemand, die meisten Geschosse seien auf Feldern im Süden gelandet.
Bombenanschlag auf Bus in Tel Aviv
Bereits am Dienstag hatte es Meldungen über einen Waffenstillstand gegeben. Diese bestätigten sich jedoch nicht. Am Mittag waren bei einem Anschlag auf einen Bus in Tel Aviv laut Polizeiangaben mindestens 21 Menschen verletzt worden. Er ereignete sich auf dem Schaul-Hamelech-Boulevard im Stadtzentrum. Ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem terroristischen Akt. Die meisten Opfer seien aber nur leicht verletzt worden. Es war der erste Bombenanschlag auf einen Tel Aviver Bus seit dem Jahr 2006.
Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas begrüßte den Anschlag. "Wir gratulieren unserem Volk zu dieser heldenhaften Tat", hieß es in einer Mitteilung, die über die Lautsprecher von Moscheen verlesen wurde. Es handele sich um eine "natürliche Reaktion" auf die Tötung von Zivilisten durch die israelische Luftwaffe, hieß es im Hamas-Fernsehsender.
Israel und Hamas einigen sich auf Waffenstillstand
tagesthemen 22:25 Uhr, 21.11.2012, Stefan Maier, ARD Kairo
Israelische Angriffe auf Ziele im Gazastreifen
Seit Mittwoch vergangener Woche greifen israelische Streitkräfte die im Gazastreifen regierende Hamas an. Palästinensische Kämpfer beschießen ihrerseits von dort Israel mit Raketen. In der Nacht und am Vormittag hatte Israel besonders heftige Angriffe durchgeführt, unter anderem auf Waffenlager, Tunnel und Raketenabschussrampen. Dabei wurden laut Militärangaben 30 Palästinenser getötet.
Stand: 21.11.2012 22:44 Uhr
