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Feuerpause in Nahost
Etwas Alltag im Gazastreifen und in Israel
Drei Tage nach Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas entspannt sich die Lage allmählich. Palästinensische Fischer konnten erstmals weit aufs Meer hinaus fahren. Dies ist vermutlich Teil eines Waffenstillstandsabkommens, das am Montag weiter beraten werden soll.
Von Clemens Verenkotte, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
Drei Tage nach Inkrafttreten der Feuerpause zeichnen sich die ersten Umrisse der Waffenstillstands-Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas ab: Das Büro des Hamas-Regierungschefs im Gazastreifen, Ismail Hanije, teilte mit, Israel habe zugestimmt, den Bewegungsradius für die palästinensischen Fischer vor der Küste des Gazastreifens von drei auf sechs Seemeilen zu erweitern. Dies habe der Chef des ägyptischen Geheimdienstes Hanije versichert.
In Kairo würden am Montag die Gespräche über die weitere Ausgestaltung des Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas fortgesetzt. Sie werden unter der Regie des ägyptischen Geheimdienstes geführt. Die israelische Regierung äußerte sich zunächst nicht dazu.
Erste Umrisse der Waffenstillstands-Vereinbarung
C. Verenkotte, ARD Hörfunkstudio Tel Aviv
24.11.2012 18:05 Uhr
Fischer und Bauern können arbeiten
Fischer aus Gaza-Stadt berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, sie hätten bis zu sechs Seemeilen auf das Meer hinausfahren können, ohne von der israelischen Marine behelligt zu werden. Zugleich hätten palästinensische Bauern, deren Anbauflächen direkt bis an den Grenzzaun zu Israel reichen, ohne Zwischenfälle ihre Äcker betreten können.
Hamas-Polizisten hielten in unmittelbarer Sichtweite zu israelischen Soldaten an mehreren Stellen entlang der Grenze überwiegend Jugendliche und Kinder davon ab, sich den Sicherheitsabsperrungen zu nähern. Gestern war ein junger Palästinenser bei dem Versuch getötet worden, eine Fahne an den Grenzzaun zu stecken, nachdem israelische Soldaten mit drei Warnschüssen versucht hatten, ihn zum Umkehren aufzufordern.
Kinder gehen wieder zur Schule
Im Gazastreifen öffneten zum ersten Mal seit Mittwoch vorvergangener Woche die Schulen. Zigtausende Kinder, die Hälfte der ca 1,7 Millionen Einwohner des Gazastreifens ist jünger als 18 Jahre, gingen entlang ihrer Schulweges mitunter an komplett zerstörten Gebäuden vorbei.
In Zaithoun, im Süden von Gaza-Stadt, sagte die Direktorin der Grundschule, Naheda Silmi: "Wir kehren Gott sei Dank zur Schule zurück. In den vergangenen Tagen wurden einige der umliegenden Gebäude zerstört, weil das Innenministerium in der Nähe ist. Alle umliegenden Schulen haben Schäden abgekommen." Im Süden Israels werden am Sonntag die Schulen wieder geöffnet, nachdem sie gleichermaßen zehn Tage lang aus Sicherheitsgründen geschlossen worden waren.
Streitpunkt bleiben Waffen im Gazastreifen
Als eine der Hauptschwierigkeiten auf dem Weg zur einer dauerhaften Waffenstillstands-Vereinbarung erweisen sich die gegensätzlichen Auffassungen beim Thema Wiederbewaffnung der Hamas: Moussa Abu Marzouk, die Nummer Zwei im Hamas-Politbüro, sagte der Nachrichtenagentur AP in Kairo, seine Gruppierung werde die Produktion von Waffen im Gazastreifen ebenso wenig einstellen wie das Schmuggeln von Waffen durch die Tunnel bei Rafah im Süden des Küstenstreifens. Ein führender Hamas-Funktionär im Gazastreifen postete auf seiner Facebook-Seite: Es sei nicht wahr, dass das Waffenstillstands-Abkommen die Beendigung der Waffenschmuggels vorsehe.
Richard C. Schneider (ARD) zur aktuellen Situation in Gaza
Wochenspiegel 12:45 Uhr, 25.11.2012
Stand: 24.11.2012 18:14 Uhr
