US-Waffenlobby droht mit Widerstand gegen Gesetzesverschärfungen

Debatte um Gesetzesverschärfungen

US-Waffenlobby droht mit scharfem Widerstand

US-Vizepräsident Biden (Bildquelle: dapd)
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Joe Biden ist von Obama beauftragt worden, Vorschläge für eine Reform des Waffenrechts zu machen.

Während es an der Westküste der USA erneut eine Schießerei an einer Schule gegeben hat, trafen sich an der Ostküste Vertreter der Waffenlobby mit Vize-Präsident Joe Biden. Im Anschluss an das gut eineinhalbstündige Treffen im Weißen Haus in Washington äußerte sich die National Rifle Association (NRA) enttäuscht über die Beratungen.

Es sei bei der Zusammenkunft nicht um den Schutz von Kindern vor bewaffneten Angreifern gegangen, teilte die Organisation mit. Im Mittelpunkt hätten vielmehr von der Regierung geplante Einschränkungen des Rechts auf Waffenbesitz gestanden, das von der Verfassung verbrieft sei. "Wir werden es nicht zulassen, dass gesetzestreuen Waffenbesitzern die Schuld für die Taten von Kriminellen und Wahnsinnigen zugeschoben wird", hieß es in einer Erklärung der NRA. Auch Waffenbesitzer seien "ehrliche, steuerzahlende, hartarbeitende Amerikaner."

Biden will bis Dienstag erste Vorschläge unterbreiten

Biden hatte neben NRA-Vertretern auch Repräsentanten von Jagd- und Sportschützenverbänden getroffen. Er kündigte an, Präsident Barack Obama bis Dienstag Vorschläge für eine Verschärfung des Waffenrechts zu unterbreiten.

Biden deutete an, dass diese Einschränkungen für die Verwendung großer Magazine und eine schärfere Überprüfung von Waffenkäufern umfassen könnten. Obama hatte Biden beauftragt, bis spätestens Ende Januar Vorschläge für eine Reform des Waffenrechts zu machen, nachdem Mitte Dezember ein Amokläufer in einer Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen hatte. Der US-Präsident selbst stellte zuletzt noch einmal klar, dass er notfalls "per Dekret" Beschränkungen beim Waffenkauf erzwingen will.

USA diskutieren über Gesetzesverschärfungen für Waffenbesitz
tagesschau24 10:00 Uhr, 11.01.2013, Heike Keuthen, ARD-aktuell

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Schüler befindet sich in lebensbedrohlichem Zustand

Unterdessen wurde bekannt, dass der bei einer Schießerei in einer High-School der Ortschaft Taft von Kugeln getroffene Schüler schwer verletzt wurde. Der Jugendliche sei in einem lebensbedrohlichen Zustand, sagte der örtliche Sheriff Donny Youngblood. Ein 16-Jähriger war in eine Klasse gestürmt und hatte das Feuer auf zwei Schüler eröffnet. Er traf jedoch nur einen der beiden. Der Angreifer wurde kurz darauf festgenommen.

Der Sheriff lobte das mutige Verhalten des Lehrers und eines anderen Vertreters der Schule, die sich dem Angreifer nach den ersten Schüssen entgegengestellt hätten. So hätten die anderen 28 Schüler fliehen können. "Der Schüler war noch immer mit seinem Gewehr bewaffnet und sie sind bei ihm geblieben, haben ihn abgelenkt, indem sie mit ihm redeten", sagte Youngblood. Der Angreifer habe sich dabei beruhigt.

Stand: 11.01.2013 04:38 Uhr

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