Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn | Bildquelle: dpa

Untersuchung des VW-Skandals Winterkorn gibt sich weiter ahnungslos

Stand: 19.01.2017 18:32 Uhr

Seit 15 Monaten hatte man von Ex-VW-Chef Winterkorn nichts zum Abgasskandal gehört - umso höher waren die Erwartungen an seine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss. Und Winterkorn sprach viel - sagte dabei aber nur sehr wenig.

Von Daniel Bauer, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

Martin Winterkorn muss sich mit seinen beiden Anwälten durch ein dichtes Blitzlichtgewitter kämpfen. Mindestens zwei Dutzend Fotografen wollen alle das beste Bild von dem Ex-VW-Manager haben. Weil sich so viele Journalisten angemeldet haben, ist der Untersuchungsausschuss sogar in einen größeren Konferenzsaal umgezogen.

15 Monate lang hatte Winterkorn nichts Neues mehr zum Abgasskandal gesagt. Und sehr zum Kummer der Abgeordneten tut er das auch heute nicht: "Die für uns auch entscheidenden Fragen wie 'Wer wusste bei VW zu welchem Zeitpunkt konkret was?' sind durch Professor Winterkorn nicht beantwortet wurden", sagt Ulrich Lange, Obmann der CSU im Ausschuss. Er fasst die rund zweistündige Befragung damit ganz gut zusammen.

Befragung von Winterkorn vor Untersuchungsausschuss
tagesschau 20:00 Uhr, 19.01.2017, Peter Dalheimer, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Spielt Winterkorn eigene Verantwortung herunter?

Flankiert von seinen Anwälten liest Winterkorn zu Beginn eine Erklärung vor. Darin zeigt er sich bestürzt über die Manipulationen bei VW. Und stellt gleich selbst die Frage, warum er davon bloß nichts mitbekommen habe.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer
galerie

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer hatte sich von Winterkorns Aussage mehr erhofft.

Anstatt der Frage hätte Oliver Krischer von den Grünen aber lieber eine Antwort gehabt. "Das ergibt entweder das Bild eines Konzernchefs, der nicht wusste, was in seinem Unternehmen passierte oder aber die andere Alternative: Herr Winterkorn stellt die Dinge nicht so dar, wie sie wirklich waren und macht seine Rolle in dieser Abgasaffäre klein", sagt Krischer.

Zumindest will der Ex-Vorstandschef nie etwas von Abschalteinrichtungen, durch die Abgaswerte geschönt wurden, gewusst haben. Selbst als VW Anfang 2015 in den USA 500.000 Autos wegen Abgaswerten zurückrufen muss, habe ihn das nicht weiter beschäftigt. Dass ehemalige Manager, die inzwischen in den USA in Haft sitzen, etwas anderes behaupten, will Winterkorn nicht kommentieren. Und auch zur Rolle der Bundesregierung kann er nicht viel erzählen. Als er von den Betrügereien erfahren habe, habe er sofort die Kanzlerin und den Verkehrsminister informiert.

Daran sei ja auch nichts Verwerfliches, sagt Kirsten Lühmann von der SPD: "Er hat sehr klar gesagt, dass es vor dem September 2015 keine Informationen an staatliche Stellen oder an die Bundesregierung darüber gab, dass es Probleme mit illegaler Software gibt."

Ausschuss läuft die Zeit davon

Niemand hat irgendwas gewusst - das ist im Kern die Aussage von Winterkorn. Und weil der Ausschuss auch nach Monaten noch keine Beweise für das Gegenteil gefunden hat, bleibt das erst einmal so stehen. Auch wenn der Herbert Behrens, Vorsitzender von der Linkspartei, nach Winterkorns Aussage ein ungutes Gefühl hat: "Ich glaube, in weiten Teilen ist er hinter dem zurückgeblieben, was er wirklich weiß."

Aber der Glaube allein hilft hier nicht weiter. Und dem Ausschuss läuft langsam die Zeit davon. Noch maximal neun Sitzungen, dann endet mit der Bundestagswahl auch die parlamentarische Aufarbeitung des Abgasskandals.

Winterkorn sagt wenig im Untersuchungsausschuss
T. Huhn, ARD Berlin
19.01.2017 15:48 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Januar 2017 um 17:40 Uhr

Darstellung: