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US-Ermittlungen im Abgasskandal VW-Ingenieur bekennt sich schuldig

Stand: 09.09.2016 20:34 Uhr

Ein ehemaliger VW-Mitarbeiter hat sich nach einer Strafanzeige im Abgasskandal in den USA schuldig bekannt. Seinen Aussagen zufolge hatte VW bereits 2006 mit der Entwicklung der Schummelsoftware begonnen. Grund: Die US-Emissionsstandards seien auf legalem Wege nicht einzuhalten gewesen.

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte hat sich in den USA nach einer ersten Strafanzeige ein langjähriger VW-Ingenieur schuldig bekannt. Das teilte das US-Justizministerium mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Der 62-Jährige habe zugesichert, der Regierung bei den weiteren Ermittlungen zu helfen. Damit haben die seit fast einem Jahr andauernden Ermittlungen der US-Justiz erstmals ernsthafte Konsequenzen auf strafrechtlicher Ebene.

Dem Mann wird Betrug und die Verletzung von US-Emissionsgesetzen vorgeworfen. Zudem soll er sich mit derzeitigen und früheren VW-Angestellten verschworen haben, um die US-Behörden in die Irre zu führen, hieß es in der Anklageschrift.

Der Ingenieur gab nach Angaben des Ministeriums zu, am Konzernsitz in Wolfsburg und später in den USA Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei es gewesen, durch die Entwicklung spezieller Software zur Manipulation von Emissionstests US-Behörden und Kunden hinters Licht zu führen. Er sei von 1983 bis 2008 bei der Volkswagen AG in Wolfsburg angestellt gewesen und sei danach in die USA gezogen, um bei der "Clean Diesel" genannten Marktoffensive des Konzerns mitzuarbeiten.

US-Standards auf legalem Weg nicht einzuhalten

Die Entwicklung der Schummelprogramme für den US-Markt begann dem Mann zufolge etwa 2006 in der Entwicklungsabteilung für Dieselmotoren. Grund sei die Erkenntnis gewesen, dass man die strengeren US-Emissionsstandards auf legalem Wege nicht hätte einhalten können. Der Mitarbeiter sei im Rahmen des Zulassungsverfahrens von Dieselwagen in den USA auch persönlich bei Gesprächen zwischen VW-Vertretern und den Umweltbehörden anwesend gewesen, bei denen falsche Aussagen zum Schadstoffausstoß der Autos gemacht worden seien.

Dem Ex-Mitarbeiter drohen bis zu fünf Jahre Haft. Inwieweit seine Aussagen Volkswagen nun zusätzlich belasten können, ist schwer einzuschätzen. Der Konzern wollte sich nicht weiter zu der Anklage äußern. Eine Sprecherin teilte allerdings mit, dass das Unternehmen bei der Aufarbeitung weiterhin mit dem US-Justizministerium kooperieren werde.

VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, in großem Stil bei Emissionstests getrickst zu haben. Betroffen sind Hunderttausende Dieselwagen, die mit einer Manipulations-Software ausgestattet wurden. Mit Hunderten US-Zivilklägern hat sich der Konzern bei den meisten Fahrzeugen bereits auf einen Vergleich über 15,3 Milliarden Dollar (aktuell 13,6 Mrd Euro) geeinigt.

Erster VW-Ingenieur gesteht Abgas-Betrug
M. Ganslmeier, ARD Washington
10.09.2016 07:53 Uhr

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Über dieses Thema bereichtete Deutschlandfunk am 09. September um 19:00.

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