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10.02.2010

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Vorwahlen in den USA
USA: Vorwahlen in Nevada und South Carolina
Vorwahlen in Nevada und South Carolina

Die Entscheidung fällt am "Strip"

Die spanischsprachige Minderheit in den USA dürfte eine entscheidende Rolle bei den Präsidentschaftswahlen spielen. Deshalb bemühen sich die Kandidaten eifrig um sie. Bei den heutigen Vorwahlen in Nevada wird sich erstmals zeigen, welchem Bewerber die Sympathien der "Hispanics" gelten. Unter Erfolgsdruck steht dabei Senator Obama.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington

Begeisterung beim letzten Auftritt von Barack Obama in Las Vegas: "Obama, Obama", rufen seine Anhänger. Hier, im glitzernden Spieler-Eldorado der Nevada-Wüste muss er punkten. Sonst geht für den Senkrechtstarter der Demokraten bald nichts mehr.

Barack Obama Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In die Defensive geraten: Barack Obama ]
Denn Kontrahentin Hillary Clinton hat mit ihrem demonstrativen Gefühlsausbruch die letzte Vorwahl in Michigan klar für sich entschieden und liegt weiterhin in den landesweiten Umfragen vorn. Deshalb muss Obama sie jetzt für sich gewinnen, die Zimmermädchen, Barkeeper und Croupiers am "Strip", dem Boulevard von Las Vegas. "Was hier in Las Vegas passiert, der Neubeginn, der Wechsel, das geschieht in ganz Nevada und in ganz Amerika", gibt sich der Kandidat zuversichtlich.

Hier, in Las Vegas, wird die Nevada-Abstimmung der Demokraten über ihren zukünftigen Präsidentschaftskandidaten entschieden. Denn Nevada ist letztlich Las Vegas, sagt Wahlexperte John Rollsten. "Nevada ist ganz anders als die bisherigen Vorwahlstaaten. Es liegt tief im Westen, alles konzentriert sich auf Las Vegas, hier sind 70 Prozent der Wähler."

Abstimmung am Arbeitsplatz

Vor allem arbeiten in Las Vegas zehntausende spanischsprachiger Einwanderer. Die so genannten Hispanics sind die am schnellsten wachsende Minderheit in den USA. Und deshalb richtet sich das ganze Augenmerk aller Wahlkämpfer auf diese Gruppe. Die Demokraten haben per Gerichtsentscheid erzwungen, dass in den Casinos und Hotels von Las Vegas Wahlräume eingerichtet wurden und die Angestellten wenigstens einige Minuten Zeit bekommen, um abzustimmen.

Hillary, Chelsea und Bill Clinton Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Werbung mit Guacamole-Faktor und Familie: Hillary Clinton ]
Hillary Clinton versuchte, die Sympathien der spanischsprachigen Wähler zu gewinnen, indem sie in Nevada demonstrativ in mexikanischen Schnellrestaurants aß und ihre Rhetorik mit dem Begriff Guacamole würzte. "Alle Probleme hängen zusammen, aber viele tun so, als handle es sich um Guacamole und Chips." Hillary Clinton kommt bei den spanischsprachigen Einwanderern gut an. Dafür hat Obama die Rückendeckung der mächtigen Casinogewerkschaft von Las Vegas. Ein offenes Rennen also bei den Demokraten.

Christliche Kandidaten im Wettbewerb

Bei den Republikanern kann sich Mitt Romney die besten Hoffnungen machen, der strahlende Sieger von Michigan. Denn Romney ist bekennender Mormone und Nevada eine Momonen-Hochburg. Ganz anders die Situation in South Carolina: Dort treten heute nur die Republikaner an. Mike Huckabee gibt sich schon mal als Sieger. Huckabee, ein gebürtiger Südstaatler, hat in der Tat in South Carolina gute Chancen. Der eloquente Baptistenprediger zielt ganz auf die konservativen Christen. Amerikas Verfassung müsse endlich umgeschrieben und dem Geist der Bibel angepasst werden, fordert der missionarische Wahlkämpfer. "Es ist einfacher, die Verfassung umzuschreiben als das Wort des lebendigen Gottes."

Huckabees missionarischer Eifer sorgt mittlerweile bei vielen US-Amerikanern für
Skepsis. Selbst wenn der Baptistenprediger in South Carolina mit seinem religiösen Feldzug vor dem Rivalen John McCain gewinnt, könnte dieser Sieg am Ende für den Republikaner Huckabee ein Pyrrhussieg sein.

Stand: 19.01.2008 14:40 Uhr
 

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