Donald Trump (l.) und Ted Cruz (r.) bei der TV-Debatte | Bildquelle: AFP

TV-Debatte vor der zweiten Vorwahl Trump will Waterboarding einführen

Stand: 07.02.2016 09:09 Uhr

Kurz vor den Vorwahlen in New Hampshire haben sich die republikanischen Bewerber verbal kräftig ins Zeug gelegt. Trump kündigte an, "Waterboarding und noch grausamere Foltermethoden" einzuführen. Cruz schlug vor, eine Mauer zu bauen und die Grenzkontrollen zu verdreifachen.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Die außenpolitische Erfahrung der Kandidaten wurde gleich an einem aktuellen Ereignis getestet. "Was würden sie gegen die Langstreckenrakete tun, die Nordkorea abgefeuert hat?", wurde Ted Cruz gefragt, der Gewinner der Vorwahl in Iowa: "Das erste was wir tun sollten, ist, unser Raketenabwehr zu verstärken", so seine Antwort.

Und Donald Trump? Er würde seine guten Kontakte zu China nutzen, um Nordkorea zur Räson zu bringen: "China hat eine enorme Kontrolle über Nordkorea. Ich verhandele mit den Chinesen die ganze Zeit, sie haben ihre größte Bank in meinem Gebäude in Manhattan."

Republikanische Kandidaten im TV-Duell
Sabrina Fritz, SWR Washington
07.02.2016 05:25 Uhr

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Bei der letzten Debatte in New Hampshire vor der Wahl ging es lebhaft zu. Die Angriffe gegen die Rivalen wurden persönlicher. Marco Rubio, der junge Hoffnungsträger der Partei, musste sich von Konkurrent Chris Christie scharfe Kritik anhören. "Ihre auswendig gelernten 30-Sekunden-Reden, bei denen sie sagen wie großartig Amerika ist, lösen keine Probleme", sagte er.

Eine gute Figur im TV kann Stimmen bringen

Es ging an diesem Abend um Erfahrung. Und darum, wer die richtige Persönlichkeit für den schwierigen Job im Weißen Haus hat. Aber auch die politisch schon totgesagten Bewerber Jeb Bush und John Kasich, der Gouverneur des großen Bundesstaates Ohio, erwachten auf der Bühne zu neuem Leben. Jeb Bush wollte kein Waterboarding mehr einführen, sollte er Präsident werden. Donald Trump hingegen hätte damit kein Problem. "Ich werde Waterboarding und noch grausamere Foltermethoden einführen", sagte er und bekam dafür auch Applaus.

Bis auf den Neurochirurgen Ben Carson machte keiner der Kandidaten den Eindruck, als wolle er aufgeben. Die Umfragen für New Hampshire sagen zwei klare Favoriten voraus: Donald Trump und Marco Rubio, der junge Senator aus Florida, der deutlich hinter Trump liegt. Doch nach der Erfahrung von Iowa wissen die Kandidaten: Umfragen können irren. In Iowa hatte Trump entgegen den Vorhersagen nur den zweiten Platz gemacht. Eine gute Figur im Fernsehen könnte also drei Tage vor der Wahl noch wichtige Stimmen bringen.

"Seien Sie still"

Bei den Themen gab es keine neuen Akzente. Die Kandidaten wetterten gegen Obama, gegen seine Gesundheitsreform und sprachen sich für kurzen Prozess mit dem sogenannten "Islamischen Staat" aus. Ein wichtiges Thema in den USA ist nach wie vor, wie man illegale Einwanderer aus Lateinamerika behandeln soll. Dazu schlug der tiefgläubige Senator Ted Cruz vor, eine Mauer zu bauen und die Grenzkontrollen zu verdreifachen. "Wir werden die Luftüberwachung verstärken und wir werden sicherstellen, dass niemand einen Job bekommt, der nicht nachweisen kann, dass er hier legal ist."

Nach gut einer Stunde gerieten sich noch Jeb Bush und Donald Trump in die Haare. Bush warf Trump vor, er habe versucht einer alten Frau ihr Grundstück wegzunehmen, um daraus einen Parkplatz für sein Casino zu machen: "Jetzt versucht Bush, ein harter Kerl zu sein, aber das klappt nicht", parierte Trump. "Seien Sie still." Das kam beim Publikum nicht gut an, es antwortete mit lauten Buhrufen.

Fernsehdebatte der Republikaner vor zweiter US-Vorwahl in New Hampshire
tagesschau 13:15 Uhr, 07.02.2016, Ina Ruck, ARD Washington

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