Trinh Xuan Thanh | Bildquelle: REUTERS

Vietnamesischer Top-Manager Entführt in Berlin - in Hanoi vor Gericht

Stand: 27.12.2017 12:06 Uhr

Der im Juli aus Berlin entführte Vietnamesen Trinh muss sich ab Januar in seiner Heimat vor Gericht verantworten. Dem Ex-Parteifunktionär wird Korruption vorgeworfen. Sein Fall hatte zwischen Deutschland und Vietnam für Spannungen gesorgt.

Vor rund fünf Monaten verschwand der vietnamesische Ex-Funtionär und Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh aus Berlin. Er wurde in sein Heimatland verschleppt, vermutlich vom vietnamesischen Geheimdienst. Nun soll ihm der Hauptstadt Hanoi der Prozess gemacht werden - der Vorwurf: Korruption.

Trinh droht Todesstrafe

Die Verhandlungen sollten am 8. Januar beginnen, teilte der Sprecher des zuständigen Gerichts mit. Neben Trinh sind 21 weitere Beschuldigte angeklagt. Für den Prozess sind zunächst zwei Wochen angesetzt. Im schlimmsten Fall droht dem früheren Geschäftsführer des Öl- und Gaskonzerns PetroVietnam, einem staatlichen Konzern, die Todesstrafe.

Trinh wird vorgeworfen für Verluste von bis zu 125 Millionen Euro einer Tochterfirma von PetroVietnam verantwortlich zu sein. Trinh soll Staatsgelder veruntreut und Bestechungen angenommen haben.

Diplomatischer Streit um Entführungsvorwurf

2016 war Trinh nach Deutschland geflohen und versuchte Asyl zu bekommen. Ende Juli beobachteten Passanten, wie der damals 51-Jährige und seine Frau in ein Auto gezerrt wurden. Später tauchte Trinh in vietnamesischer Haft wieder auf.

Der Vorfall sorgte für diplomatische Spannungen zwischen Deutschland und Vietnam. Das Auswärtige Amt spricht von Menschenraub und Entführung. Vietnam bestreitet das: Laut Regierung kehrte Trinh freiwillig zurück, um sich für seine Vergehen zu verantworten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Dezember 2017 um 15:00 Uhr in den Nachrichten.

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