Flüchtlinge werden vor Lesbos von einem Schlauchboot geholt.  | Bildquelle: dpa

UN fordert langfristige Aufnahme syrischer Flüchtlinge Mit legalen Lösungen gegen Schlepperbanden

Stand: 29.03.2016 17:20 Uhr

Auf ihrer Genfer Syrien-Konferenz fordern die Vereinten Nationen ihre Mitgliedsländer auf, langfristig viel mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Das UNHCR verlangte konkrete Zusagen.

Die Konferenz beginnt am Mittwoch in Genf. Sie soll für 450.000 Flüchtlinge, die in Syriens Nachbarländern ausharren, legale Lösungen finden. Damit soll der Druck, der auf die Türkei, dem Libanon, Jordanien und dem Irak lastet, gemildert werden. Dort leben die Meisten der 4,8 Millionen Syrer, die insgesamt auf der Flucht sind.

Die UN-Mitgliedsstaaten könnten organisierte Umsiedlungen ermöglichen, so das UNHCR. Dazu sollten Familienzusammenführungen oder medizinische Behandlungen angeboten werden. Die Mitgliedsstaaten könnten auch die Einreise über Stipendien für Studium oder Ausbildung ermöglichen. Diese Flüchtlinge müssten in der Regel kein Asylverfahren durchlaufen. Der organisierte Umzug würde auch dazu beitragen, dass Flüchtlinge nicht in die Fänge von Schlepperbanden geraten.

Nur wenige Staaten nehmen Flüchtlinge auf

Die internationale Hilfsorganisation Oxfam kritisiert vorab die Aufnahmepraxis der reichen Länder in Berlin. Nach einer Oxfam-Erhebung seien weltweit nur wenige Staaten überhaupt bereit, syrische Kriegsflüchtlinge aufzunehmen. Oxfam fordert die wohlhabenden Länder auf, wenigsten zehn Prozent der geflohenen Menschen aufzunehmen. Das wären zurzeit 480.000 Menschen. Bisher hätten die als reich eingestuften Staaten aber lediglich 132.730 Syrern eine Perspektive zugesagt.

Flüchtlingscamp Jordanien | Bildquelle: AP
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Flüchtlingscamp in Jordanien


Oxfam: Deutschland mit gerechtem Anteil

Laut Oxfam-Studie übertreffen lediglich vier reiche Länder "ihren gerechten Anteil an humanitärer Aufnahme": Deutschland, Australien, Kanada, Norwegen. Mehr als die Hälfte ihres "gerechten Anteils" (Oxfam) beherbergen Finnland, Island, Schweden, Neuseeland. Weit zurück lägen Frankreich, die Niederlande und die USA. In Syrien sind aktuell 13,5 Millionen Menschen von Hilfslieferungen abhängig.

Das eintägige Treffen in Genf wird am Mittwoch von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eröffnet. Am 9. April sollen die politischen Gespräche zur Lösung des Syrienkonflikts fortgesetzt werden. In Syrien ringen das Assad-Regime, Rebellengruppen und Terrormilizen um die Macht. In dem Konflikt starben bisher 260.000 Menschen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. März 2016 um 09:00 Uhr.

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