Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
[Bildunterschrift: Seine Regierung sucht seit längerem den Dialog mit den Taliban: Afghanistans Präsident Karsai ]
In ihrem Bestreben, den bereits Jahre andauernden Krieg gegen die radikalislamischen Taliban zu einem Ende zu bringen, haben die USA in Afghanistan offenbar Kontakt zu den Aufständischen aufgenommen. In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat Präsident Hamid Karsai nun erstmals bestätigt, dass die Vereinigten Staaten direkt mit den Aufständischen sprechen: "Es laufen Friedensgespräche mit den Taliban. Die ausländischen Militärs und vor allem die USA selbst führen die Verhandlungen."
Diplomaten hatten bereits von monatelangen Vorgesprächen zwischen beiden Konfliktparteien gesprochen. Präsident Karsai, ein starker Fürsprecher von Friedensgesprächen, hatte schon lange eingeräumt, dass seine Regierung in Kontakt zu den Aufständischen steht. Es habe aber noch keine Treffen gegeben.
Die USA selbst räumten keine Verbindungen zu den Taliban ein. Am nächsten kam dem US-Verteidigungsminister Gates. Er sagte, dass Ende dieses Jahres Gespräche geführt werden könnten, falls die NATO weiterhin militärische Fortschritte mache.
Allerdings sehen viele Afghanen Verhandlungen mit den radikalen Islamisten kritisch. Afghanische Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass viele der Fortschritte, die seit dem Ende der Taliban-Herrschaft 2001 gemacht worden sind, bedroht sein könnten. Die Extremisten hatten Afghanistan vor der US-Invasion fünf Jahre lang mit eiserner Hand regiert und während dieser Zeit das Terror-Netzwerk Al Kaida beherbergt.
Präsident Karsai machte die Verhandlungen bei einer Pressekonferenz in Kabul bekannt - einen Tag nach dem der UN-Sicherheitsrat eine deutliche Trennung zwischen den Taliban und Al Kaida beschlossen hatte.
[Bildunterschrift: Der Weltsicherheitsrat führt die Taliban und Al Kaida künftig auf getrennten Sanktionslisten. ]
Die Vereinten Nationen nehmen künftig eine schärfere Trennung zwischen den radikalislamischen Taliban und dem Terrornetzwerk Al Kaida vor. Der UN-Sicherheitsrat in New York nahm zwei Resolutionen an, die jeweils die Einrichtung einer separaten Sanktionsliste für jede der beiden Gruppen vorsieht.
Bislang werden Anhänger der Taliban und Al-Kaida-Kämpfer sowie mit den Bewegungen verbündete Organisationen auf ein und derselben Liste geführt, die Sanktionen wie das Einfrieren von Vermögen und Reiseverbote vorsieht. Mit der neuen Regelung will der Westen die unterschiedlichen Strukturen und Zielsetzungen beider Gruppen herausstellen.
[Bildunterschrift: Taliban-Kämpfer n der Provinz Helmand in Afghanistan (Archiv) ]
Die verabschiedeten Resolutionen sendeten eine "klare Botschaft an die Taliban", sagte die Botschafterin der Vereinten Nationen in den USA, Susan Rice. "Es gibt eine Zukunft für diejenigen, die Al Kaida den Rücken kehren, der Gewalt abschwören und die afghanische Verfassung respektieren."
Die erste gemeinsame Sanktionsliste für die Taliban und Al Kaida wurde vor zwölf Jahren eingeführt. Sie hatte zuletzt rund 450 Terroristen der beiden Gruppierungen sowie Terrorzellen umfasst. Gegen sie war ein Katalog von Sanktionen verhängt worden, wie beispielsweise Reisebeschränkungen und gesperrte Auslandsvermögen.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW