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Skandal bei Republikanern

Parteifreund macht Romney den Wahlkampf schwer

Kurz vor dem Parteitag der Republikaner steckt Präsidentschaftskandidat Romney in der Bredouille. Statt Wahlkampf gegen Präsident Obama machen zu können, muss er sich mit dem Radikal-Konservativen Akin beschäftigen. Dessen Worte über Vergewaltigung sorgen weiter für Debatten.

Von Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington

Der Republikaner Todd Akin sprach von "legitimen Vergewaltigungen".
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Der Republikaner Todd Akin sprach von "legitimen Vergewaltigungen".

Eine schonungslose Abrechnung mit der schlechten Wirtschaftspolitik von Präsident Barack Obama sollte der Wahlparteitag der Republikaner in Tampa, Florida werden. Eine Arbeitslosenquote von mehr als acht Prozent, und dies unverändert seit dreieinhalb Jahren - damit wollte Mitt Romney den Präsidenten angreifen.

Doch der republikanische Abgeordnete Todd Akin aus Missouri machte Romney einen Strich durch die Rechnung. Akins Behauptung, dass Schwangerschaften nach Vergewaltigungen selten sind und der weibliche Körper über Wege verfüge, eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung zu verhindern, ist seit Tagen Top-Thema in den US-Medien. Zwar entschuldigte sich Akin für seine Äußerungen, auf seine Bewerbung um einen Sitz im Senat will der radikal-konservative Politiker jedoch nicht verzichten. Damit widersetzte er sich Romney und dem Vizepräsidentschaftskandidaten, die ihn telefonisch dazu aufgefordert haben.

Albtraum für Romney - Republikaner reden über Abtreibung
M. Ganslmeier, NDR Washington
23.08.2012 10:26 Uhr

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"Die Menschen in Missouri haben mich als ihren Senatskandidaten gewählt. Ich glaube nicht, dass es richtig ist, wenn die Parteibosse jetzt versuchen, die Entscheidung der Wähler zu kippen", erklärte Akin.

Totales Abtreibungsverbot ins Parteiprogramm?

Besonders ärgerlich für Romney und Ryan ist, dass sich ihr Parteikollege in der Sache weiter uneinsichtig zeigt. Ein absolutes Abtreibungsverbot auch nach Vergewaltigung und bei Inzest solle schließlich auch im Parteiprogramm der Republikaner verankert werden: "werde mich nicht dafür entschuldigen, dass ich für das Leben Ungeborener eintrete. Es ist wichtig, die hilflosen Ungeborenen zu verteidigen."

Tatsächlich gibt es einen Antrag der konservativen Basis, auf dem Wahlparteitag der Republikaner ein striktes Abtreibungsverbot auch nach Vergewaltigungen und Inzest zu beschließen. Anders als in Deutschland kümmert sich in Amerika kaum jemand allzu sehr um solche Leitlinien.

Mitt Romney (li.) stellt den Kongressabgeordneten Paul Ryan als seinen "running mate" vor.
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Mitt Romney (li.) und Paul Ryan haben ein Problem im Wahlkampf.

Auf dem Wahlparteitag in Tampa wird dies ganz anders sein, befürchtet Mark McKinnon, der Wahlkampf-Berater des früheren republikanischen Präsidentschaftskandidaten McCain: "Die Akzeptanzschwäche der Republikaner bei Frauen wird nun noch größer werden. Eigentlich wollten die Republikaner gerade jetzt frauenfreundlichere Themen ansprechen. Akins Äußerungen lenken davon ab und das zu einem fürchterlichen Zeitpunkt."

Obama konzentriert sich auf Sozialpolitik

Für Obama ist die Debatte der Republikaner um die Abtreibung eine Steilvorlage. Zwar sehen die meisten Umfragen den Präsidenten und Mitt Romney immer noch Kopf-an-Kopf. Doch Obama weiß, dass frühere Präsidentschaftswahlen oft die Stimmen von Frauen entschieden. Bei den Wählerinnen hat Obama jetzt schon einen komfortablen Vorsprung von zehn Prozentpunkten. Obamas Wahlkampfstrategen setzen nun voll auf sozialpolitische Themen: Nicht nur Abtreibung, auch Gesundheitspolitik und Bildung. Bei diesen Themen vertreten die Republikaner Positionen, die vielen Amerikanerinnen rückständig erscheinen.

Beunruhigende Nachrichten für Romney haben nun auch noch die Meteorolgen: In der Karibik braut sich derzeit ein Hurrikan zusammen, der im schlimmsten Fall in der kommenden Woche über Tampa hinwegziehen könnte. Es könnte genau dann sein, wenn die Republikaner dort ihren Wahlparteitag abhalten.

Anmerkung der Redaktion

Nicht nur die Aussage Akins an sich hat für Debatten gesorgt, sondern auch die Mehrdeutigkeit des englischen Wortes "legitimate". Der Politiker sagte: "If it's a legitimate rape, the female body has ways to try to shut that whole thing down." Das kann übersetzt werden als "legitime Vergewaltigung" oder als "echte Vergewaltigung".

Es lässt sich nicht eindeutig sagen, welche Unterscheidung Akin mit seiner Formulierung treffen wollte: Die zwischen einer "tatsächlichen" und einer "vorgetäuschten" Vergewaltigung oder - noch heftiger - zwischen einer "berechtigten" und einer "nicht berechtigten".

In seiner Entschuldigung sagte Akin später dann, er habe "forcible rape" gemeint, was wörtlich übersetzt "gewaltsame" oder "heftige" Vergewaltigung heißt. Er fügte an: "Rape is never legitimate."

Stand: 23.08.2012 05:13 Uhr

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