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Proteste in Indien

Freund der indischen Studentin äußert sich

Schwere Vorwürfe gegen indische Polizei

Der Freund der vergewaltigten Inderin, der Zeuge des Verbrechens wurde und schwer verletzt überlebte, hat schwere Vorwürfe gegen die Polizei und Passanten erhoben. Obwohl die Frau blutend und nackt auf der Straße gelegen habe, habe 20 Minuten lang keiner der vorbeifahrenden Auto- und Rikschafahrer angehalten, sagte er dem Sender Zee News. Er habe um Hilfe gewunken, doch die Fahrer hätten nur das Tempo verlangsamt und seien dann weggefahren.

Polizisten stritten zunächst um Zuständigkeiten

Polizisten seien erst nach 45 Minuten eingetroffen. Sie hätten aber zunächst Zeit damit verschwendet zu klären, welches Revier zuständig sei. Erst nach zwei Stunden seien sie in ein Krankenhaus gebracht worden. "Sogar im Krankenhaus mussten wir warten und ich musste buchstäblich um Kleidung bitten", zitierte der Nachrichtensender den Mann.

Die 23-jährige Studentin war Mitte Dezember in einem privaten Kleinbus in der Hauptstadt Neu-Delhi von mehreren Männern vergewaltigt, misshandelt und aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden. Zwei Wochen nach der Tat war die Frau ihren Verletzungen erlegen. Auch ihr Freund war verprügelt und aus dem fahrenden Bus geworfen worden. Er äußerte sich in den Interview von Zee News erstmals öffentlich.

Innenminister: Polizeisystem "auf den Prüfstand"

Demonstration nach der Vergewaltigung einer Studentin in Indien
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Vorwürfe gegen die Polizei wurden auch bei Demonstrationen immer wieder laut

Die Brutalität des Falles hat international für Entsetzen gesorgt und in Indien eine Debatte über Gewalt gegen Frauen und schärfere Strafen für Vergewaltiger ausgelöst. Fünf der sechs Beschuldigten sind des Mordes und der Gruppenvergewaltigung angeklagt. Ein sechster Verdächtiger ist wohl noch minderjährig und dürfte deshalb vor einem Jugendgericht landen.

Indiens Innenminister Sushilkumar Shinde kündigte gestern an, die Regierung werde Gewalt gegen Frauen im Land "mit eiserner Hand" bekämpfen und so weiteren Verbrechen vorbeugen. Darüber hinaus werde das gesamte Justiz- und Polizeisystem "auf den Prüfstand" gestellt. Die Verfolgung von Missbrauchsfällen dürfe nicht länger verschleppt werden, sagte er bei einer Konferenz indischer Regierungsvertreter zum besseren Schutz von Frauenrechten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 5. Januar 2013 um 05:30 Uhr.

Stand: 05.01.2013 01:05 Uhr

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