Venezuelas Präsident Maduro spricht in der Poliedro-Arena in Caracas zu seinen Anhängern. | Bildquelle: dpa

Krise in Venezuela Präsident Maduro spricht von Putschversuch

Stand: 28.06.2017 07:25 Uhr

In Venezuela ist der Oberste Gerichtshof laut Präsident Maduro von einem Hubschrauber aus beschossen worden. Maduro sprach von einem terroristischen Putschversuch - und kündigte an, seine Verfassungsreform notfalls auch mit Waffen durchzusetzen.

In Venezuela hat nach Angaben von Präsident Nicolás Maduro ein Polizeihubschrauber einen "terroristischen Angriff" auf das Oberste Gericht des Landes verübt. Der Helikopter habe zwei Granaten über dem Gebäude des Gerichts in der venezolanischen Hauptstadt Caracas abgeworfen, sagte Maduro in einer aus dem Präsidentenpalast übertragenen Rede. Eine der abgeworfenen Granaten sei aber nicht explodiert, so der Staatschef. Verletzte habe es nicht gegeben.

Maduro spricht nach Luftangriff von "Putschversuch"
tagesschau 12:00 Uhr, 28.06.2017, Esther Saoub, SWR

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Maduro spricht von Terror

Die Luftwaffe sei im Einsatz gewesen und habe die "Terrorattacke" vereitelt, erklärte Maduro. Seine Gegner sprachen von einer Inszenierung. Maduro zufolge flog der Hubschrauber nicht nur über das Oberste Gericht, sondern auch über das Innenministerium. Der Vorfall sei Teil einer Verschwörung, um seine sozialistische Regierung zu destabilisieren.

Hubschrauber über Caracas | Bildquelle: REUTERS
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Dieser Polizeihubschrauber soll auf das Oberste Gericht geschossen haben.

Konkret sagte er, der Pilot sei in der Vergangenheit für seinen früheren Innenminister Miguel Rodríguez Torres im Dienst gewesen. Diesem hatte Maduro einst unterstellt, für die CIA zu arbeiten. Rodríguez Torres warf den Vorwurf als unbegründet zurück.

Maduro will die Reform - notfalls mit Waffen

In sozialen Netzwerken wurden Fotos verbreitet, die einen von zwei Piloten geflogenen Hubschrauber mit einem regierungskritischen Spruchband über Caracas zeigten. Örtliche Medien veröffentlichten ein Video, das einen der beiden Männer zeigen soll. Darin fordert dieser, "gegen die Tyrannei" zu kämpfen. Gegner von Maduro warfen dem Präsidenten vor, er versuche, Angst zu streuen. Damit wolle er das harte Vorgehen gegen jene rechtfertigen, die seine geplante Neuschreibung der venezolanischen Verfassung blockierten.

Die Reform will Maduro notfalls auch mit Waffengewalt durchsetzen, wie er in seiner Ansprache nun ankündigte. Zwar will er sie eigentlich per Referendum absegnen lassen. Eine Ablehnung seiner Pläne kommt für Maduro aber nicht infrage: "Wenn wir es nicht mit den Stimmen schaffen, dann mit Waffen."

Maduro will die im Land bestehende Parteiendemokratie durch eine Räterepublik ersetzen. Die Opposition, die derzeit im Parlament die Mehrheit hält, befürchtet, durch die neuen Regelungen quasi ausgeschaltet zu werden und warnt vor dem Abgleiten in eine Diktatur.

Monatelange Proteste gegen Maduro

Seit April gehen deshalb beinahe täglich Tausende Menschen auf die Straße, um den Rücktritt Maduros zu fordern. Bei den Protesten wurden bislang 76 Menschen getötet und mehr als tausend Menschen verletzt. Die konservative und rechtsgerichtete Opposition kämpft für eine Amtsenthebung Maduros. Sie macht ihn für die schwere Wirtschaftskrise verantwortlich, die zu dramatischen Versorgungsengpässen geführt hat.

Das Oberste Gericht des Landes hatte vor einer Woche ein Verfahren gegen Generalstaatsanwältin Luisa Ortega eingeleitet, das letztlich zu ihrer Absetzung führen könnte. Die Juristin gilt als einzige kritische Stimme im Lager Maduros.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Juni 2017 um 02:53 Uhr.

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