Nach der Wahl in Venezuela Proteste gegen neugewählten Präsidenten Maduro

Stand: 16.04.2013 06:57 Uhr

Bei Protesten gegen den Sieg des Chavez-Vertrauten Nicolas Maduro bei der Präsidentenwahl in Venezuela ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen Hunderte Demonstranten ein, die ihrerseits die Sicherheitskräfte mit Steinen und Stöcken attackierten.

Proteste gegen den Wahlausgang in Venezuela | Bildquelle: AP
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Proteste gegen den Wahlausgang in Venezuela

Tausend Menschen waren gegen die Ausrufung von Nicolás Maduro zum neuen Präsidenten auf die Straße gegangen. Sie riefen "Betrug", schlugen auf Töpfe und verbrannten Müllsäcke.

Äußerst knapper Sieg

Zuvor hatte die Chefin der nationalen Wahlbehörde, Tibisay Lucena, den bisherigen Interimspräsidenten Maduro zum neuen Präsidenten ausgerufen. Nach Auszählung der Stimmen kam Maduro laut Wahlkommission auf 50,8 Prozent der Stimmen. Für Capriles stimmten 49,07 Prozent. Damit konnte die Opposition ihr Ergebnis im Vergleich zur Wahl im Oktober 2012 zwar deutlich um rund fünf Prozentpunkte verbessern, zum Machtwechsel reichte es aber erneut nicht. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 78 Prozent.

Maduro attackierte die Opposition, die das Wahlergebnis nicht anerkennen will. "Mehrheit ist Mehrheit, und die Demokratie muss respektiert werden. Wer die Mehrheit in einer Demokratie schwächen will, der ruft nach einem Staatsstreich." Weiter betonte er: "Ich warne das ganze Volk: Die Rechte will die Revolution und das, was wir erreicht haben, töten."

Sozialist Maduro gewinnt Präsidentenwahl mit 50,7 Prozent der Stimmen
tagesschau 20:00 Uhr, 15.04.2013, Peter Sonnenberg, ARD Mexico-City zzt. Caracas

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Maduro will Chávez' Politik fortführen

Der 50-jährige ehemalige Außenminister Maduro will die "Bolivarische Revolution" von Chávez fortsetzen und den Sozialismus in dem ölreichen Land festigen. Er wird das Mandat seines am 5. März gestorbenen Vorgängers bis 2019 fortführen. Chávez hatte am 7. Oktober 2012 rund 55 Prozent der Stimmen gewonnen und damit rund fünf Prozentpunkte mehr als Maduro. Damals lag die Wahlbeteiligung bei über 80 Prozent.

Für die Opposition ist der Wahlausgang eine erneut Schlappe, denn sie musste nach der Präsidentschaftswahl vom Oktober 2012 und den Regionalwahlen im Dezember in nur sechs Monaten die dritte Niederlage in Folge hinnehmen.

Proteste gegen Wahlverfahren in Venezuela
M. Polansky, ARD Mexiko City
16.04.2013 07:13 Uhr

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Hugo Chávez - Bilder seiner Karriere

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