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Chávez holt Wahlsieg und bleibt Präsident

Präsidentschaftswahl in Venezuela

Klarer Sieg für den "Comandante"

Der "Comandante" hat es wieder einmal geschafft: Hugo Chávez ist für weitere sechs Jahre zum Präsidenten Venezuelas gewählt worden - mit deutlichem Vorsprung vor seinem Herausforderer Capriles. Doch nach den Siegesfeiern warten schon die Herausforderungen.

Von Martin Polansky, ARD-Hörfunkstudio Mexiko-Stadt, zzt. Caracas

Capriles
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Gratulierte Chávez noch in der Nacht zum Wahlsieg: Henrique Capriles

"Es lebe das Vaterland, es lebe Venezuela, es lebe der 7. Oktober." Hugo Chávez ließ sich von seinen Anhängern noch in der Nacht bejubeln - auf dem Balkon des Präsidentenpalastes Miraflores, ganz in rot gekleidet. Mehr als 54 Prozent der Stimmen, beinahe zehn Prozentpunkte vor seinem Herausforderer. Das ist ein klarer Sieg. So klar, dass ihm Oppositionskandidat Henrique Capriles kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses gratulierte: "Ich sende dem Präsidenten der Republik unsere Glückwünsche. Ich hoffe, dass er mit Großmut liest, was das Volk heute ausgedrückt hat. In diesem Land gibt es zwei Visionen. Und ein guter Präsident zu sein bedeutet, für die Einheit, für die Lösung der Probleme aller Venezolaner zu arbeiten."

Es war ein aufgeheizter Wahlkampf, Venezuela ist tief gespalten. Auf der einen Seite die Anhänger von Hugo Chávez, meist aus ärmeren Schichten, die von der Umverteilungspolitik der letzten Jahre in dem ölreichen Land profitiert haben, sei es durch kostenlose Arztbehandlungen oder Jobs im öffentlichen Sektor. Auf der anderen Seite vor allem die bürgerlichen Schichten, die einen roten Klientelismus und die hohe Inflation im Land beklagen. Auch die Verstaatlichungen von Firmen und Agrarbetrieben lehnen die Oppositionsanhänger zumeist ab.

Anhängeer von Chavez
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Jubel bei den Chávez-Anhängern ...

Anhänger von Capriles
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... Enttäuschung bei den Anhängern von Capriles

Chávez lädt zum Dialog

Aber Chávez kann sich durch das Wahlergebnis bestärkt fühlen. Das breite Oppositionsbündnis hat den Machtwechsel nicht geschafft, muss sich auf weitere sechs Jahre mit dem "Comandante" einstellen. Immerhin: Chávez gab sich auf seinem Präsidentenbalkon nach dem Sieg deutlich konzilianter als im Wahlkampf, wo er seine Gegner als Handlanger des Imperialismus bezeichnet hatte: "Der Kandidat der Rechten hat unseren Sieg anerkannt. Das ist ein wichtiger Schritt für den Frieden in Venezuela, für das Zusammenleben aller. Deswegen strecke ich ihm meine beiden Hände entgegen, gebe ihm im Namen aller dieses Herz, denn im Vaterland von Bolívar sind wir alle Brüder. Diejenigen die den Hass schüren, ihr soziales Gift versprühen, lade ich zum Dialog, zur Debatte und zur gemeinsamen Arbeit für das bolívarische Venezuela ein."

Hugo Chavez bei Präsidentenwahl in Venezuela wiedergewählt
tagesschau 20:00 Uhr, 08.10.2012, P. Sonnenberg, ARD Mexico City, zzt. Caracas

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Mit dem Wahlergebnis zufrieden sein dürften auch Chávez' Verbündete in Lateinamerika. Länder wie Kuba oder Nicaragua wurden von Venezuela bisher umfangreich finanziell unterstützt. Damit dürfte es nun wohl weitergehen. Solange die Öleinnahmen fließen und der Preis für den Rohstoff hoch bleibt, kann sich Hugo Chávez großzügig zeigen. Auch wenn er zuletzt immer mehr auf Pump finanziert hat.

Wer kommt nach Chávez?

Chávez' Herausforderungen für die nächste Zeit: Er muss die ausgeuferte Kriminalität in Venezuela in den Griff bekommen. Und er muss sich daranmachen, einen Nachfolger aufzubauen. Der 58-Jährige erklärt sich zwar als vom Krebs geheilt. Aber viele fragen sich, was aus dem Chavismus wird, wenn Chávez irgendwann nicht kann. Die kommenden Tage dürften allerdings im Zeichen des Jubels seiner Anhänger stehen. Der "Comandante" kann weitermachen mit seiner Mission des Sozialismus. 

Peter Sonnenberg (ARD Caracas) zur Wiederwahl von Chávez
ARD-Morgenmagazin, 08.10.2012

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Stand: 08.10.2012 10:01 Uhr

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