Seitenueberschrift
Präsidentschaftswahl in Venezuela
Chávez holt Wahlsieg und bleibt Präsident
In Venezuela hat sich Amtsinhaber Hugo Chávez die Wiederwahl gesichert. Chávez errang bei der Präsidentenwahl 54 Prozent der Stimmen. Damit konnte sich der 58-jährige Sozialist gegen seinen erst 40-jährigen Herausforderer, den Juristen Henrique Capriles Radonski, durchsetzen.
Capriles erreichte knapp 45 Prozent der Stimmen, teilte die Präsidentin des venezolanischen Wahlrates, Tibisay Lucena, mit. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben von Lucena bei 81 Prozent. Chávez habe mehr als 7,4 Millionen Stimmen erhalten und damit 1,2 Millionen mehr als Capriles, sagte sie.
"Danke, mein geliebtes Volk. Es lebe Venezuela. Es lebe Bolívar", schrieb Chávez auf Twitter in einer ersten Reaktion auf das Wahlergebnis.
In der Innenstadt von Caracas wurden Feuerwerke gezündet. Auf den Straßen vor dem Präsidentenpalast feierten die Anhänger des Staatschefs und schwenkten rote Fahnen.
Peter Sonnenberg (ARD Caracas) zur Wiederwahl von Chávez
ARD-Morgenmagazin, 08.10.2012
Capriles: "Ich bin ein Demokrat"
Capriles gratulierte dem Präsidenten zum Wahlsieg und rief seine Anhänger auf, sich nicht als Verlierer zu sehen. "Wir haben in ganz Venezuela viele Samen gepflanzt und ich weiß, dass diese Samen viele Bäume hervorbringen werden", sagte er bei einer Ansprache. "Ich respektiere den Willen des Volkes. Die Venezolaner können auf mich zählen. Ich bin ein Demokrat."
Auch Chávez hatte am Wahltag erklärt, er wolle auch eine mögliche Niederlage hinnehmen: "Wir werden das Ergebnis akzeptieren, wie auch immer es aussieht", sagte der Staatschef gestern nach seiner Stimmabgabe in der Hauptstadt Caracas.
Lange Schlangen vor den Wahllokalen
Die hohe Wahlbeteiligung hatte zu langen Schlangen an den Wahllokalen geführt - und zu einer Verzögerung bei der Auszählung der Stimmzettel. Chávez hatte erklärt, dass die Wahllokale länger geöffnet blieben, damit alle ihre Stimme abgeben könnten.
Sein Herausforderer Henrique Capriles hatte die Regierung aufgefordert, schnell Klarheit über den Wahlausgang zu schaffen. Es gab Befürchtungen, dass ein sehr knappes Wahlergebnis Proteste auslösen könnte.
Unklar war, wie viele Wahllokale auch nach der offiziellen Schließung um 18.00 Uhr Ortszeit (00.30 Uhr MESZ) noch geöffnet blieben. Nach venezolanischem Recht sind all jene noch wahlberechtigt, die zur Schließung der Wahllokale bereits für die Stimmabgabe anstehen.
Linkspopulist Chávez als Präsident Venezuelas wiedergewählt
ARD-Morgenmagazin, 08.10.2012, Peter Sonnenberg, ARD Caracas
Chávez will bis 2030 im Amt bleiben
Chávez, der das Land seit fast 14 Jahren regiert, sicherte sich mit seiner dritten Wiederwahl eine weitere sechsjährige Amtszeit und kann nun Venezuela bis 2019 weiter führen. Mit seiner Verstaatlichungspolitik hat er die Bevölkerung gespalten. Er hatte während des Wahlkampfes mehrmals gesagt, dass er mindestens bis 2030 im Amt bleiben wolle, um sein Sozialismus-Modell in Venezuela zu verankern.
Venezuela hat gewählt
M. Polansky, ARD Mexiko City, zzt. Caracas
08.10.2012 07:31 Uhr
Capriles propagierte dagegen eine Kombination aus freier Marktwirtschaft und Sozialpolitik. Die Wahlniederlage ist eine schwere Schlappe für die Opposition, die sich diesmal, auch gestützt auf gute Umfragenwerte, hohe Siegchancen ausgerechnet hatte.
Stand: 08.10.2012 07:37 Uhr
