Krawalle in Caracas | Bildquelle: dpa

Krawalle in Venezuela Dutzende Verletzte in Caracas

Stand: 11.04.2017 05:01 Uhr

Tränengas, Steinwürfe, blockierte Straßen - die Zusammenstöße in Venezuela nehmen kein Ende. Wieder haben Tausende Oppositionsanhänger Neuwahlen gefordert. Präsident Maduro sprach sich erneut für einen Dialog aus, doch seine Gegner trauen ihm nicht.

Tausende Demonstranten haben in Caracas Neuwahlen in Venezuela gefordert. 18 Menschen wurden bei den Protesten festgenommen, Dutzende verletzt. Die Polizei setzte Tränengas ein und blockierte Straßen. Einige Demonstranten warfen Steine. Venezuelas Innenminister Néstor Reverol kündigte an, dass auch weiterhin landesweit Polizisten bei den Protesten im Einsatz sein würden.

Die bereits seit Längerem anhaltende politische Krise in Venezuela war vor rund einer Woche eskaliert, als der Oberste Gerichtshof dem Parlament die Macht entzog. Erst nach massiver Kritik aus dem In- und Ausland nahm das Gericht seine Entscheidung zurück.

Demonstrationen gegen Präsident Maduro halten an
tagesschau 24 13:00 Uhr, 11.04.2017

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Maduro fordert erneuten Dialog

Die Demonstranten und Oppositionspolitiker sind verärgert, da in ihren Augen die Regierung demokratische Institutionen nicht mehr respektiert. Maduro wirft der Opposition hingegen vor, Unruhe zu stiften und mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um Venezuela zu destabilisieren.

Am Sonntag hatte Maduro die Opposition dazu aufgerufen, den Dialog wieder aufzunehmen. Er deutete an, dass er Neuwahlen auf regionaler Ebene zustimmen würde. Aber die Anführer der Opposition wiederholten ihren Aufruf an das Volk, auf die Straßen zu gehen: Maduro könne nicht getraut werden.

Druck auf Maduro wächst

Andere Staatschefs und die Organisation der Amerikanischen Staaten erhöhten den Druck auf Maduro, Neuwahlen abzuhalten. Maduro sieht das als eine nicht legitimierte Einmischung.

Die linken Regierungen in Lateinamerika sicherten Maduro ihren Rückhalt zu. "Wir weisen die Aggressionen und Manipulationen gegen Venezuela sowie die Lügen gegen seine Souveränität, Unabhängigkeit und Stabilität zurück", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister der Bolivarischen Allianz für Amerika. Maduro war persönlich zum Treffen der Chefdiplomaten des linken Regionalbündnisses in der kubanischen Hauptstadt Havanna gereist, um um Unterstützung zu werben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. April 2017 um 09:00 Uhr.

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