Venezuelas Präsident Nicolas Maduro | Bildquelle: AP

Einigung über Kreditrückzahlung Russland gewährt Venezuela Aufschub

Stand: 15.11.2017 14:51 Uhr

Russland unterstützt das krisengeschüttelte Venezuela. Beide Regierungen unterzeichneten eine Vereinbarung über die Restrukturierung von Staatsschulden. Einen Milliardenkredit muss Venezuela demnach erst binnen zehn Jahren zurückzahlen.

Venezuela hat mit Russland eine Einigung zur Umstrukturierung seiner Schulden erzielt. Das russische Finanzministerium teilte mit, dass das südamerikanische Land 3,15 Milliarden Dollar (2,66 Milliarden Euro) in einem Zeitraum von zehn Jahre zurückzahlen werde. Die Raten würden in den ersten sechs Jahren vergleichsweise niedrig sein. Es geht um einen Kredit, den Russland im Jahr 2011 gewährt hatte.

Venezuela sitzt auf einem riesigen Schuldenberg, insgesamt werden die Forderungen ausländischer Gläubiger auf rund 150 Milliarden Dollar geschätzt. Der südamerikanische Staat steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise. Dem sozialistisch geführten Land droht die Staatspleite. Zudem kämpft Venezuela gegen eine enorme Inflation.

Warnung der deutschen Wirtschaft

Russland gilt als enger Partner der venezolanischen Führung. Vor allem der russische Energiekonzern Rosneft engagiert sich mit Geschäften in dem ölreichen Land. Venezuela verfügt über die größten Erdölreserven der Welt.

Angesichts der akuten Zahlungsprobleme warnt die deutsche Wirtschaft auch vor erheblichen Ausfallrisiken für einige deutsche Unternehmen. "Das gilt insbesondere für die Unternehmen, die in der Vergangenheit Waren und Dienstleistungen an den venezolanischen Staat oder seine Staatsunternehmen geliefert haben", sagte der Außenwirtschaftschef des Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Viele von ihnen haben noch erhebliche Außenstände." Ihnen gegenüber sei das Land im Zahlungsverzug - zum Teil schon seit Jahren.

Raffinerie in Venezuela | Bildquelle: REUTERS
galerie

Raffinerie in Venezuela. Das Land verfügt über die größten Erdölreserven der Welt.

Kreditwürdigkeit als teilweise zahlungsunfähig bewertet

Mehrere Ratingagenturen bescheinigten dem Land bereits einen teilweisen Zahlungsausfall. Nach Standard & Poor's hatte auch die Ratingagentur Fitch mitgeteilt, dass das Land nicht in der Lage gewesen sei, binnen gesetzter Fristen Forderungen von Anleihegläubigern zu begleichen. Kurz zuvor hatte Fitch bereits die Kreditwürdigkeit des staatlichen venezolanischen Ölkonzerns PDVSA herabgestuft und als teilweise zahlungsunfähig bewertet. Fitch folgte nun außerdem der Ratingagentur S&P, die Venezuela am Montag für teilweise zahlungsunfähig erklärt hatte.

Die Devisenreserven des Landes sind auf weniger als zehn Milliarden Dollar zusammengeschmolzen. Allein bis zum Jahresende werden Rückzahlungen in Höhe von 1,47 Milliarden Dollar fällig, 2018 stehen weitere acht Milliarden Dollar an.

Eine Konferenz mit internationalen Gläubigern, bei der über eine Umschuldung beraten werden sollte, war am Montag in Caracas nach nur 25 Minuten ohne eine Einigung zu Ende gegangen. In New York tagte gestern erneut ein Gläubigerausschuss und vertagte sich anschließend auf morgen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. November 2017 um 16:00 Uhr.

Darstellung: