Regierungsanhänger stürmen das Parlament in Venezuela | Bildquelle: REUTERS

Krise in Venezuela Belagerung des Parlaments beendet

Stand: 06.07.2017 03:36 Uhr

Die Blockade des Parlaments in Venezuelas Hauptstadt Caracas ist nach neun Stunden beendet. Regierungsanhänger, die zuvor das Parlament gestürmt und Abgeordnete der Opposition verprügelt hatten, zogen sich zurück. Bei der Schlägerei wurden fünf Abgeordnete verletzt.

Die Belagerung des Parlaments in Venezuela ist beendet. Die Oppositionsabgeordneten, Journalisten und Angestellten, die neun Stunden in dem Gebäude festsaßen, konnten den Sitz der Nationalversammlung verlassen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Regierungsanhänger stürmen das Parlament in Venezuela | Bildquelle: AFP
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Regierungsanhänger zündeten Feuerwerkskörper und griffen Oppositionsabgeordnete an.

Unterstützer von Staatschef Nicolás Maduro hatten das Parlamentsgebäude im Zentrum der Hauptstadt Caracas zuvor gestürmt und sich Schlägereien mit Oppositionsabgeordneten geliefert. Die in der Farbe der regierenden Sozialisten rot gekleideten Maduro-Anhänger drangen zunächst in die Gärten des Parlaments ein und zündeten Feuerwerkskörper. Einigen Angreifern gelang es, bis auf die Flure des Parlaments vorzudringen, wo sie auf Oppositionsabgeordnete einschlugen. Mindestens fünf Parlamentarier wurden nach Angaben des Parlamentspräsidenten Julio Borges verletzt.

Nach der Erstürmung des Parlaments blockierten dutzende Demonstranten den Eingang des Parlamentsgebäudes. Sie zündeten Feuerwerkskörper, riefen Parolen wie "Sie werden nicht herauskommen" und beschimpften die oppositionellen Politiker als "Mörder" und "Terroristen". Später zogen sich die Demonstranten schließlich zurück.

Die Abgeordneten hatten sich aus Anlass des Nationalfeiertags, der an die Unabhängigkeit vom spanischen Kolonialreich 1811 erinnert, zu einer Sondersitzung versammelt

Regierungsanhänger stürmen Parlament in Venezuela
tagesschau 20:00 Uhr, 05.07.2017

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Opposition kämpft für Amtsenthebung

Die konservative und rechtsgerichtete Opposition in Venezuela kämpft für eine Amtsenthebung des Staatschefs, den sie für die schwere Wirtschaftskrise und die dramatischen Versorgungsengpässe im Land verantwortlich macht. Maduro beschuldigt die Regierungsgegner, mit Unterstützung der USA einen Staatsstreich gegen ihn zu planen. Bei den nahezu täglichen Protesten gegen Maduro wurden seit Anfang April bereits 91 Menschen getötet und mehr als tausend weitere verletzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juli 2017 um 20:00 Uhr.

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