Proteste in Caracas, Venezuela | Bildquelle: REUTERS

Protest gegen Präsident Maduro Tödlicher Generalstreik in Venezuela

Stand: 27.07.2017 05:24 Uhr

Während des von der Opposition ausgerufenen Generalstreiks sind in Venezuela drei Menschen getötet worden. In der Hauptstadt Caracas starb ein 16-Jähriger, im Westen des Landes ein 30-Jähriger. Die USA verhängten Sanktionen gegen 13 Venezolaner.

Bei Protesten gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sind drei Demonstranten getötet worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, starb bei Unruhen in der Hauptstadt Caracas ein 16-Jähriger. Im Bundesstaat Mérida sei ein 30-Jähriger bei "Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften" ums Leben gekommen. Damit kamen seit Beginn der neuen Protestwelle gegen Maduro vor rund vier Monaten bereits mehr als 100 Menschen ums Leben.

Gestern hatte ein von der Opposition geforderter landesweiter Generalstreik begonnen. Zahlreiche Straßen der Hauptstadt Caracas blieben menschenleer, Geschäfte waren geschlossen. Außerdem errichteten Einwohner Barrikaden und forderten auf Spruchbändern ein "Ende der Diktatur". In der Hauptstadt und mehreren größeren Städten setzten Sicherheitskräfte Tränengas ein, um Demonstrationen von Regierungsgegnern aufzulösen.

In Wohnvierteln von Arbeitern und den ländlichen Gebieten, wo Maduros Regierung ihren größten Rückhalt hat, waren die Aktionen deutlich zurückhaltender.

Soldaten der Nationalgarde werden in Caracas gegen regierungskritische Demonstrationen eingesetzt. | Bildquelle: AFP
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In Caracas gingen erneut Soldaten der Nationalgarde gegen Demonstranten vor.

Protestmarsch geplant

Für Freitag plant die Opposition einen großen Protestmarsch in Caracas. Damit will sie die von der Regierung angestrebte Wahl einer verfassunggebenden Versammlung verhindern, die für Sonntag vorgesehen ist.

Hunderttausende Venezolaner fliehen nach Kolumbien
ARD-Morgenmagazin, 27.07.2017, Xenia Böttcher, ARD Mexiko

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Maduros Gegner werfen ihm vor, er wolle das Gremium mit eigenen Anhängern besetzen, um sich "diktatorische Vollmachten" zu sichern. Die Opposition macht ihn für die Wirtschaftskrise im ölreichen Venezuela verantwortlich, die sich durch den Fall des Preises für Erdöl auf dem Weltmarkt verschärft hat.

USA verhängen Sanktionen

Maduro kritisierte derweil neue US-Sanktionen gegen 13 ranghohe Personen aus Regierung, Militär und dem staatlichen Ölunternehmen PDVSA. Das Volk werde über den Imperialismus siegen, sagte er. Demonstrativ kündigte er Ehrungen für die Personen an, darunter die Präsidentin der nationalen Wahlbehörde, Tibisay Lucena, und den Menschrechtsbeauftragten Tareck William Saab.

Xenia Böttcher, ARD Mexiko, zur Lage in Venezuela
ARD-Morgenmagazin, 27.07.2017

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Von all den Personen werden Vermögen in den USA eingefroren; US-Bürgern sind Geschäfte mit ihnen verboten. Mit den Sanktionen wollen die USA Druck ausüben, damit die Wahl der verfassungsgebenden Versammlung abgesagt wird. Das US-Finanzministerium drohte mit Sanktionen gegen alle Personen, die sich in das Gremium wählen lassen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Juli 2017 um 04:57 Uhr.

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