Venezuelanische Polizisten bauen Absperrungen an der Grenze zu Kolumbien auf. | Bildquelle: AFP

Kampf gegen Geldschmuggel Venezuela schließt Grenze zu Kolumbien

Stand: 13.12.2016 04:17 Uhr

Um sich gegen Geldschmuggel zu schützen, schließt Venezuela seine Grenze zu Kolumbien. Präsident Maduro begründete den Schritt damit, dass Mafiabanden Milliarden ins Ausland gebracht hätten. Venezuela wird von einer schweren Inflation erschüttert.

Venezuela schließt seine Grenze zu Kolumbien für 72 Stunden. Das kündigte Präsident Nicolás Maduro an. Die Abschottung solle dazu dienen, den von "Mafias" betriebenen Geldschmuggel einzudämmen. "Dies ist eine der ersten Entscheidungen, um unseren Bolivar, unsere Wirtschaft und unser Volk zu schützen", sagte Maduro.

Die Grenze zu dem Nachbarland war schon einmal geschlossen worden und erst nach einem Jahr, zum August dieses Jahres, wieder geöffnet worden.

Venezuelas Präsident Maduro | Bildquelle: REUTERS
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Venezuelas Präsident Maduro will den Geldschmuggel über die Grenze zu Kolumbien unterbinden.

Maduro: Auch aus Europa Geld aufgekauft

Internationale Mafiabanden hätten Milliardenbeträge in 100-Bolivar-Scheinen ins Ausland - vor allem nach Kolumbien - verschoben, so der Präsident weiter. Aber auch aus anderen Ländern heraus, darunter Deutschland, Tschechien und die Ukraine, werde gezielt Bargeld aus Venezuela aufgekauft, um die Liquidität des Landes zu schwächen. Maduro vermutete hinter diesen Verfahren eine von den USA unterstützte Verschwörung, die die ohnehin schon stark angegriffene Wirtschaftslage Venezuelas weiter destabilisieren soll.

Die vor allem durch den Verfall des Ölpreises verursachte Wirtschaftskrise hat in Venezuela zu einer schweren Inflation geführt. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds droht sie im kommenden Jahr auf mehr als 1000 Prozent anzusteigen. Die höchste Banknote, der 100-Bolivar-Schein, ist mittlerweile nur noch vier Cent wert. Darum hatte Maduro am Wochenende angekündigt, die Banknote einziehen zu wollen. Dafür sollten in den kommenden Tagen größere Geldscheine im Wert von 500, 1000, 2000, 5000, 10 000 und 20 000 Bolivares in Umlauf gebracht werden.

Inflation droht zuzunehmen

Experten befürchten, die Einführung der neuen Geldscheine auf dem Markt könne die Inflation weiter verstärken. Nach der Ankündigung Maduros versuchten zahlreiche Menschen in Geschäften ihre 100-Bolivares-Scheine loszuwerden.

Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage kommt es immer wieder zu Versorgungsengpässen in Venezuela, die Plünderungen und Proteste zur Folge hatten, bei denen mehrere Menschen getötet worden waren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Dezember 2016 um 05:30 Uhr.

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