Verhandlungen von Venezuelas Regierung und Opposition | Bildquelle: AFP

Krise in Venezuela Ein neuer Versuch des Dialogs

Stand: 02.12.2017 04:14 Uhr

Der Versuch des Vatikan, einen Dialog zwischen Regierung und Opposition in Venezuela herzustellen, war vor einem Jahr gescheitert. Nun reden beide Seiten wieder miteinander, um einen Ausweg aus der schweren Krise des Landes zu finden. Mehrere Länder vermitteln dabei.

Delegationen von Venezuelas Regierung und Opposition haben sich in der Dominikanischen Republik getroffen, um einen Ausweg aus der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise zu finden. Unterhändler von Präsident Nicolás Maduro und des Oppositionsbündnisses Tisch der demokratischen Einheit (MUD) kamen zu Verhandlungen im Außenministerium in der Hauptstadt Santo Domingo zusammen. Vorher hatten sie sich jeweils einzeln mit internationalen Vermittlern getroffen.

"Anhören, was die Opposition zu sagen hat"

Der Verhandlungsführer der Opposition, Julio Borges, kündigte vor dem Treffen an, für die "grundlegenden Rechte der Venezolaner" zu kämpfen: "Das Recht auf Gesundheit, das Recht auf Ernährung, das Recht zu Wählen und das Recht auf Demokratie." Der Delegationsleiter der Regierung, Jorge Rodríguez, sagte, das Regierungslager werde sich "anhören, was die Opposition zu sagen hat". Es gehe der Regierung aber vor allem darum, ein sofortiges Ende der "wirtschaftlichen Angriffe auf Venezuela" zu erreichen.

Vom Vatikan vermittelter Dialog scheiterte

Die Gespräche sollten heute fortgesetzt werden. Der ehemalige spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero fungiert als Unterhändler. Mehrere Länder vermitteln - darunter Mexiko und Nicaragua. Vor einem Jahr hatten Regierung und Opposition bereits einen vom Vatikan vermittelten Dialog aufgenommen, der aber nach ein paar Wochen scheiterte.

Leere Regale in einem Supermarkt in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. | Bildquelle: dpa
galerie

Ein deutliches Zeichen der Wirtschaftskrise: Leere Regale in einem Supermarkt in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.

Opposition: "Diktatorische Vollmachten"

Venezuela steckt in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Trotz reicher Erdölvorkommen gibt es selbst bei vielen alltäglichen Produkten Versorgungsengpässe.

Im Parlament hat die Opposition seit Anfang Dezember 2016 eine deutliche Mehrheit. Allerdings wurde die Nationalversammlung mit der Einsetzung einer verfassungsgebenden Versammlung durch Präsident Nicolás Maduro Ende Juli entmachtet. Die Opposition wirft Maduro vor, sich mit einer Verfassungsreform "diktatorische Vollmachten" sichern zu wollen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Dezember 2017 um 03:05 Uhr.

Darstellung: