Venezuelas Präsident Nicolas Maduro spricht vor Anhängern | Bildquelle: REUTERS

Nach US-Drohungen gegen Venezuela Maduro ordnet Militärübung an

Stand: 15.08.2017 05:38 Uhr

"Trump, go home": Nach Drohungen von US-Präsident Trump mit einem Militäreinsatz ordnete Venezuelas Präsident Maduro eine militärischen Großübung an. Sowohl Militärangehörige als auch Zivilisten sollen daran teilnehmen.

Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro hat angesichts des Säbelrasselns von US-Präsident Donald Trump zu einer militärische Großübung aufgerufen. Vor Tausenden Anhängern sagte Maduro, sie müssten sich auf eine "imperialistischen Invasion" seitens der USA vorbereiten. "Trump, go home", rief Maduro in Richtung des amerikanischen Präsidenten.

Die Militärübung soll im ganzen Land am 26. und 27. August abgehalten werden. Daran sollen sowohl Militärangehörige als auch Zivilisten teilnehmen. Zugleich forderte der sozialistische Präsident, gegen den seit Monaten zahlreiche Menschen demonstrieren, ein Gespräch mit Trump.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro spricht vor Anhängern | Bildquelle: AFP
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Vor Tausenden Anhängern sprach Maduro von einer "imperialistischen Invasion" seitens der USA

Trump droht mit Militäreinsatz

Der US-Präsident hatte in der vergangenen Woche gesagt, er schließe einen Einsatz des US-Militärs nicht aus. Damit war Trump bei anderen lateinamerikanischen Staaten und bei Gegnern Maduros auf Kritik gestoßen. Zudem hatte Trump es abgelehnt, Maduros Wunsch nach einem Telefonat nachzukommen. Zuvor müsse das Land die demokratisch Ordnung wiederherstellen.

US-Vize-Präsident Mike Pence bemühte sich daraufhin, die Wogen zu glätten. Die USA wollten die venezolanische Regierung mit diplomatischem und wirtschaftlichem Druck dazu bewegen, die Demokratie wiederherzustellen, sagte Pence bei einem Besuch in Kolumbien.

Trump habe bereits klargestellt, dass man eine Diktatur nicht hinnehmen werde. "Ein gescheiterter Staat in Venezuela bedroht die Sicherheit und den Wohlstand auf dem ganzen Kontinent und das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika", so Pence.

Ausschreitungen in Venezuela

In Venezuela kommt es seit April zu Demonstrationen gegen die Regierung, der Misswirtschaft und Engpässe bei der Lebensmittelversorgung vorgeworfen werden. Mindestens 120 Menschen wurden bei den Protesten getötet. Nach der umstrittenen Wahl einer verfassunggebenden Versammlung, mit der das von der Opposition dominierte Parlament ausgehebelt werden soll, drohen weitere Unruhen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. August 2017 um 06:00 Uhr.

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