Ein Demonstrant in Caracas schützt sich gegen Tränengas | Bildquelle: REUTERS

Krise in Venezuela Heftige Zusammenstöße in Caracas

Stand: 05.04.2017 05:14 Uhr

Venezuelas Opposition will den Sturz von Präsident Maduro und der Richter, die das Parlament entmachteten. Bei einem Protestmarsch gab es jetzt Auseinandersetzungen mit der Polizei - und laut Opposition Dutzende Verletzte.

In Venezuelas Hauptstadt Caracas ist die Polizei mit Tränengas und Pfefferspray gegen Demonstranten vorgegangen. Nach Oppositionsangaben wurden mindestens 50 Menschen verletzt. Mehrere Menschen hätten Knochenbrüche erlitten und eine Person sei angeschossen worden, sagte Parlamentspräsident Julio Borges. Er selbst und mehrere Abgeordnete seien von den Sicherheitskräften mit Tränengas angegriffen worden.

Polizisten gehen mit Tränengas auf Demonstranten vor | Bildquelle: REUTERS
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Mit Tränengas ging die Polizei gegen die Demonstranten vor.

Mehrere Tausend Menschen hatten versucht, in Richtung Nationalversammlung zu marschieren. Sie wollten sich Oppositionspolitikern anschließen, die im Parlament die Absetzung von Richtern des Obersten Gerichtshofs debattieren wollten. Ein massives Polizeiaufgebot versperrte ihnen allerdings den Weg. Demonstranten warfen Steine und traten auf Polizisten ein.

"Staatsstreich im Gange"

Am Mittwoch soll die Sitzung nun stattfinden, in der erklärt werden soll, dass in Venezuela ein Staatsstreich der Regierung im Gange sei. Zudem soll die Entlassung der Richter des Obersten Gerichtshofs beschlossen werden, die für das anschließend wieder zurückgenommene Urteil zur Parlamentsentmachtung verantwortlich sind. Das dürfte den Konflikt mit der Regierung weiter verschärfen.

Die Richter des Obersten Gerichtshofs hatten vergangene Woche überraschend entschieden, dem mehrheitlich von der Opposition besetzten Parlament alle Machtbefugnisse zu entziehen und stattdessen selbst zu übernehmen. Nach Kritik aus dem In- und Ausland nahm das Gericht die Entscheidung jedoch wieder zurück. Seitdem kommt das lateinamerikanische Land nicht zur Ruhe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. April 2017 um 06:30 Uhr.

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