Venezuelas Präsident Maduro mit dem Präfekten des Päpstlichen Hauses, Georg Gänswein | Bildquelle: dpa

Regierung und Opposition vereinbaren Dialog Vatikan vermittelt Verhandlungen in Venezuela

Stand: 25.10.2016 01:15 Uhr

Venezuela steckt in einer schweren Krise. Die Opposition macht Präsident Maduro dafür verantwortlich und will ihn vorzeitig abwählen lassen. Doch der Weg zum dafür nötigen Referendum ist blockiert. Nun vereinbarten beide Seiten einen Dialog - nach einem Treffen Maduros mit Papst Franziskus.

In Venezuela haben Regierung und Opposition Verhandlungen über einen Weg zur Überwindung der schweren politischen Krise vereinbart. Bei Beratungen von Vertretern beider Seiten sei für kommenden Sonntag ein Treffen auf der Insel Margarita vereinbart worden, sagte der Gesandte des Vatikans, Emil Paul Tscherrig. Der Vatikan versucht, in dem Konflikt zu vermitteln.

Papst Franziskus empfing den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro wenige Stunden zuvor überraschend zu einer Privataudienz. Das Kirchenoberhaupt habe beide Seiten zu einem "aufrichtigen und konstruktiven Dialog" aufgerufen, um das Leid des Volkes zu lindern, teilte der Vatikan anschließend mit.

Treffen zur Beilegung des Konflikts in Venezuela | Bildquelle: AFP
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Regierung und Opposition in Venezuela vereinbarten bei Beratungen unter Vermittlung des Vatikans einen nationalen Dialog zur Beilegung der politischen Krise.

Auseinandersetzung um Abwahlreferendum

Venezuela leidet besonders unter dem Verfall des Ölpreises auf dem Weltmarkt und befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen der Versorgungsengpässe gab es in dem südamerikanischen Land zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen, bei Protesten wurden mehrere Menschen getötet. Die Opposition macht Maduro und seine Regierung für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich.

Maduros Gegner, die seit der Wahl im vergangenen Dezember über die Mehrheit im Parlament verfügen, streben einen Volksentscheid über die Amtsenthebung des linken Staatschefs an. Doch die Wahlbehörde stoppte die dafür nötige Unterschriftensammlung am Donnerstag bis auf Weiteres. Das Parlament verurteilte dies jedoch als einen "Putsch des Maduro-Regimes" und rief für die kommenden Tage zu massiven landesweiten Protesten auf.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Oktober 2016 u.a. um 01:00 und 02:00 Uhr in den Nachrichten.

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