Luxusliner fährt an Venedigs Markusplatz vorbei | Bildquelle: dpa

Kreuzfahrtschiffe vor Venedig Ciao crociera

Stand: 08.11.2017 13:38 Uhr

Große Passagierschiffe müssen künftig einen Bogen um die bei Touristen beliebte Altstadt von Venedig machen. Sie sollen statt dessen in einer Industriegegend am Festland anlegen. Dort soll für die Kreuzfahrtschiffe ein neuer Terminal gebaut werden.

Kreuzfahrtkolosse vor dem Markusplatz in Venedig sollen nach dem Willen der italienischen Regierung bald der Vergangenheit angehören. Nach jahrelangem Streit über das Thema sollen die riesigen Schiffe künftig nicht mehr im historischen Zentrum der Lagunenstadt anlegen.

Wie das Verkehrsministerium in Rom nach einem Treffen mit den Vertretern Venedigs und der Region mitteilte, sollen große Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 55.000 Tonnen stattdessen eine andere Route fahren und weiter südlich im weniger glamourösen Marghera am Festland halten - so wie jetzt schon Containerschiffe und Öltanker.

In der Industriegegend auf der anderen Seite der Lagune soll ein eigener Hafen für sehr große Schiffe entstehen, wo auch Passagiere aussteigen können. Bis dort das notwendige Terminal gebaut ist, sollen aber noch drei bis vier Jahre vergehen. Für kleinere Schiffe sollen weiter im bereits existierenden Hafen einlaufen, aber über einen Kanal, der um mehrere Meter vertieft werden muss.

Kreuzfahrtverbot in Venedig
tagesthemen 22:45 Uhr, 08.11.2017, Michael Schramm, ARD Rom

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Der Bürgermeister freut sich

Venedigs Bürgermeister Luigi Brunaro nannte die Regelung ein "großes Ergebnis für die Venezianer". Die Kosten für die Veränderungen wurden noch nicht bekannt.

Um die riesigen Passagierschiffe, die sich im Kanal von Giudecca dicht an Sehenswürdigkeiten wie dem Markusplatz vorbeischieben, wird seit langem bitter gestritten. Umwelt- und Kulturschützer sehen das UNESCO-Welterbe Venedigs sowie das sensible ökologische Gleichgewicht in der Lagune bedroht. Unternehmer und Tourismusveranstalter sehen dagegen ihr Geschäft in Gefahr. Die UNESCO hatte Venedig bereits gewarnt, schnellstmöglich etwas gegen das Problem mit den Kreuzfahrtschiffen und dem Massentourismus zu unternehmen.

Luxusliner fährt an Venedigs Altstadtvorbei | Bildquelle: dpa
galerie

Sie stoßen Unmengen von Abgasen aus und erschüttern den Untergrund. Aber Luxusliner bringen auch Touristen nach Venedig - der Streit über die "Pötte" tobt deshalb seit Jahren.

Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" im Jahr 2012 vor einer Insel im Westen Italiens hatte die Regierung in Rom den Verkehr größerer Passagierschiffe deutlich eingeschränkt. Schiffe mit einem Gewicht von mehr als 96.000 Tonnen wurden aus der Lagune verbannt.

Nach Angaben des internationalen Kreuzfahrtanbieter-Branchenverbandes Clia, der die Beschränkungen kritisiert, ging die Zahl der Passagiere in Venedig seit 2013 um eine halbe Million zurück. Demnach kamen 1017 noch etwa 1,4 Millionen Kreuzfahrt-Touristen in die italienische Stadt.

Schon bald keine Kreuzfahrtriesen mehr am Markusplatz in Venedig
Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom
08.11.2017 11:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 08. November 2017 Deutschlandfunk um 07:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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