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Hausarrest statt Haft
Papst-Kammerdiener darf nach Hause
In der Enthüllungsaffäre "Vatileaks" des Heiligen Stuhls kann der Ende Mai festgenommene Kammerdiener des Papstes seine Haftzelle im Vatikan verlassen. Paolo Gabriele stehe nach einer Entscheidung des vatikanischen Untersuchungsrichters Piero Bonnet jetzt in "provisorischer Freiheit" und damit nur noch unter Hausarrest. Das teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi in Rom mit. Der Kammerdiener werde nun "mit seiner Familie" wohnen. Er dürfe sein im Vatikanstaat gelegenes Haus aber nur verlassen, um zum Gottesdienst zu gehen.
Prozess wegen schweren Raubes?
Die von Benedikt XVI. eingesetzte Kommission der Kardinäle, die die Hintergründe der "Vatileaks"-Affäre im Vatikan untersucht, hat ihre Befragungen und Nachforschungen abgeschlossen und dem Papst berichtet. "In einigen Tagen geht die Prüfung der Vorwürfe gegen den Kammerdiener in eine wichtige Phase", erklärte Lombardi. Bis spätestens Anfang August werde der Untersuchungsrichter entscheiden, ob Gabriele wegen schweren Raubes vor Gericht gestellt werden soll oder nicht.
Dokumente über Korruption, Geldwäsche, Kindesmissbrauch
Gabriele war am 23. Mai festgenommen worden, nachdem in den vergangenen Monaten immer wieder interne Dokumente aus dem Vatikan an italienische Medien weitergegeben worden waren, in denen es unter anderem um Korruption, Geldwäsche und Kindesmissbrauch ging. Auch brisante Dokumente über das umstrittene Finanzgebaren der Vatikanbank IOR gelangten an die Öffentlichkeit.
Gabriele drohen im Fall einer Verurteilung bis zu sechs Jahre Haft. Der dreifache Vater könnte aber auch von Papst Benedikt XVI. begnadigt werden.
Stand: 21.07.2012 19:31 Uhr
