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Prozess gegen Ex-Kammerdiener
"Habe Vertrauen des Papstes missbraucht"
In der Enthüllungsaffäre "Vatileaks" hat der angeklagte Ex-Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weitgehend gestanden. Er gab zu, über Monate hinweg vertrauliche Dokumente kopiert und weitergegeben zu haben.
"Ich fühle mich schuldig, das Vertrauen missbraucht zu haben, das der Heilige Vater in mich gesetzt hatte", sagte Gabriele vor Gericht in der Befragung durch den Vorsitzenden Richter. Aber: "Was den schweren Diebstahl betrifft, fühle ich mich nicht schuldig." Gabriele wird schwerer Diebstahl vorgeworfen.
Gabriele erklärte, er habe keine Mittäter gehabt - darüber war im Vorfeld spekuliert worden. Er fügte hinzu, er habe kein Geld bekommen. Missstände im Vatikan hätten ihn veranlasst, die Dokumente weiterzugeben. Der 46-Jährige sagte in dem am Samstag begonnenen Prozess erstmals aus und äußerte sich damit zum ersten Mal seit seiner Verhaftung öffentlich zu den Vorwürfen.
Gabriele drohen bis zu vier Jahre Haft
Bei Gabriele waren vertrauliche Papiere gefunden worden, die teils direkt vom Schreibtisch des Papstes stammten. Im Falle einer Verurteilung drohen Gabriele bis zu vier Jahre Haft. In der Verhandlung wurde zudem entschieden, eine Untersuchung zu den Haftbedingungen Gabrieles zu eröffnen. Gabriele hatte von "psychologischem Druck" und von Misshandlungen durch die Polizei gesprochen.
Der Fortgang des Prozesses ist ungewiss. Der Vatikan dürfte allerdings ein Interesse daran haben, das Verfahren schnell zu Ende zu bringen. Am Wochenende beginnt in Rom eine Weltbischofssynode. Zu Prozessbeginn am Samstag hatte der Vorsitzende Richter Giuseppe dalla Torre gesagt, vier weitere Verhandlungstage würden vermutlich ausreichen - möglicherweise wird das Urteil also schon bis zum Ende der Woche verkündet. Bei einer Verurteilung drohen Paolo Gabriele bis zu vier Jahre Haft wegen schweren Diebstahls.
Stand: 02.10.2012 16:02 Uhr
