Vatikan | Bildquelle: picture alliance / dpa

Rücktritte nach Korruptionsvorwürfen Vatikanbank braucht neue Köpfe

Stand: 01.07.2013 21:17 Uhr

Die Vatikanbank steckt tief im Korruptionssumpf. Wenige Tage nach dem Bekanntwerden neuer Vorwürfe sind jetzt der Direktor sowie dessen Vize zurückgetreten. Der deutsche Präsident der Vatikanbank soll die Aufgaben übergangsweise mit übernehmen.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Genau vor einem Jahr hatte der Generaldirektor der Vatikanbank, Paolo Cipriani, noch zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Das Signal war klar: Wir haben nichts zu verbergen.

Eine Behauptung, die man nach der Festnahme eines Vatikan-Prälaten mit mehreren Fragezeichen versehen konnte. Nunzio Scarano, der ehemalige Rechnungsprüfer der vatikanischen Güterverwaltung, hatte große Summen Schwarzgeld saubergewaschen - mithilfe der Vatikanbank. Das geht aus den Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft hervor. Die abgehörten Telefonate des Prälaten scheinen den Schluss nahezulegen, dass das Management der Bank die umfangreichen Transaktionen Sacaranos offenbar autorisiert hatte.

Cipriani und sein Vize Massimo Tulli boten nun ihren Rücktritt an, der vom Aufsichtsrat angenommen wurde. Der Präsident der Bank, der deutsche Manager Ernst von Freyberg, nimmt vorübergehend ihre Funktionen wahr. Er hatte unmittelbar nach der Verhaftung Scaranos eine interne Untersuchung in der Vatikanbank eingeleitet.

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