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Papst Benedikt XVI. hat den traditionellen katholischen Segen "Urbi et Orbi" erteilt. Tausende Gläubige folgten der Zeremonie auf dem Petersplatz. In seiner Weihnachtsbotschaft kritisierte der Papst einen Egoismus in westlichen Ländern. Er erinnerte auch an die Situation im Nahen Osten.
Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom
Benedikt XVI. sagte in seiner Weihnachtsbotschaft, es sei ein großes Geschenk, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die für alle da ist. Das "Wir der Kirche" sei ein Identitätsfaktor und eine Quelle der Einheit. Der Papst kritisierte bei seiner Ansprache von der Benediktionsloggia des Petersdoms erneut den Egoismus der westlichen Länder und indirekt auch die Abtreibungsgesetze: "In Europa und in Nordamerika spornt das 'Wir' der Kirche dazu an, eine egoistische und technokratische Mentalität zu überwinden, das Gemeinwohl zu fördern und die schwächsten Personen, beginnend mit den noch nicht Geborenen, zu achten."
Außerdem ging Benedikt erneut auf die Situation im "Heiligen Land" ein, das er dieses Jahr im Mai besucht hatte: "Das 'Wir' der Kirche lebt da, wo Jesus geboren ist, im Heiligen Land, um seine Bewohner einzuladen, jegliche Logik der Gewalt und der Rache aufzugeben und sich mit erneuerter Kraft und mit Großmut für den Weg zu einem friedlichen Zusammenleben einzusetzen."
Der Papst erinnerte zudem an die Situation der Christen im Irak, in Asien und Afrika. Auf dem afrikanischen Kontinent höre die Kirche nicht auf, ihre Stimme zu Gott zu erheben, "um ihn um das Ende aller gewaltsamen Übergriffe in der Demokratischen Republik Kongo zu bitten". Sie lade auch die Bürger Guineas und des Niger zur Achtung der Rechte jedes Menschen und zum Dialog ein.
Danach erteilte das Oberhaupt der katholischen Kirche den Gläubigen den Segen "Urbi et Orbi" - für die Stadt und den Erdkreis. Benedikt XVI. spendete diesen Segen zum zehnten Mal seit seiner Wahl zum Papst. Anschlie?end übermittelte er seine Weihnachtsgrüße in 65 Sprachen. Auf Deutsch sagte der Papst: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!"
Auf dem Petersplatz in Rom verfolgten viele Menschen die Weihnachtsbotschaft des Papstes. Gestern Abend war der Papst während der Christmette im Petersdom von einer verwirrten Frau angegriffen und umgerissen worden. Benedikt passierte dabei nichts, aber der 87 Jahre alte Kardinal Etchegaray stürzte ebenfalls und brach sich dabei ein Bein. Die Angreiferin wurde von der vatikanischen Gendarmerie festgenommen. Sie soll angeblich vor einem Jahr schon einmal versucht haben, sich dem Papst zu nähern.
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