Bericht des Europarates Vatikan macht Fortschritte im Kampf gegen Geldwäsche

Stand: 18.07.2012 12:39 Uhr

Der Europarat hat dem Vatikan Fortschritte im Kampf gegen die Geldwäsche bescheinigt. In kurzer Zeit sei viel erreicht worden, heißt es im Bericht einer Expertenkommission. Nachholbedarf gebe es aber bei der Vatikanbank, die im Verdacht steht, als Geldwaschanlage zu fungieren.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Blick auf den Petersplatz in Rom (Bildquelle: dpa)
galerie

Seit April 2011 hat auch der Vatikan ein Anti-Geldwäsche-Gesetz.

Es ist ein erster Schritt auf dem richtigen Weg: Der Vatikan will auf die sogenannte "weiße Liste" und die Anti-Geldwäsche-Kommission des Europarates ("Moneyval") beurteilt die Bemühungen des Vatikans um finanzielle Transparenz weitgehend positiv.

In kurzer Zeit sei viel erreicht worden, heißt es in dem Bericht. Am 1. April 2011 trat im kleinsten Staat der Welt erstmals ein Gesetz in Kraft, das Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gemäß den internationalen Normen verhindern sollte.

Gleichzeitig wurde eine Finanzaufsichtsbehörde geschaffen. Deren Funktion, Verantwortung und Unabhängigkeit seien allerdings unklar, bemängelten die Prüfer des Europarates in ihrem Bericht.

Schwächen bei der Kontrolle der Vatikanbank

In sieben von 16 Punkten muss der Vatikan noch massiv nachbessern. Kritisiert wird vor allem die Kontrolle der Vatikanbank. Das ist das wichtigste Finanzinstitut des Heiligen Stuhls mit 33.000 Konten und Einlagen in Höhe von etwa sechs Milliarden Euro.

Die Vatikanbank geriet immer wieder in den Verdacht, als Geldwaschanlage zu fungieren. Aktuell ermittelt die italienische Finanzpolizei wegen verdächtiger Konten. Es bestehe der Verdacht, dass Priester und Ordensleute als Strohmänner für Geldwäsche dienten.

Darstellung: