Vatikan mit dem Petersdom | Bildquelle: picture alliance / dpa

Festnahmen im Kirchenstaat Vatileaks-Skandal erschüttert Vatikan

Stand: 02.11.2015 15:49 Uhr

In der Finanzverwaltung des Vatikans und als PR-Beraterin genossen Lucio Balda und Francesca Chaouqui großes Vertrauen im Kirchenstaat. Doch war das berechtigt? Beiden wird vorgeworfen, Geheimnisse an Journalisten verraten zu haben. Sie wurden festgenommen.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Hörfunkstudio Rom.

Der spanische Kurien-Geistliche Lucio Balda, war Sekretär, also stellvertretender Leiter der Finanzverwaltung des Heiligen Stuhls. Zusammen mit der PR-Beraterin Francesca Chaouqui war er Mitglied einer Kommission, die Papst Franziskus im Sommer 2013 eingesetzt hatte, um die Finanzstrukturen des Vatikans zu untersuchen.

Beide hatten also tiefe Einblicke und haben daran, den Vatikanischen Ermittlern zufolge, zwei Journalisten teilhaben lassen. Während Chaouqui offenbar mit den Vatikanischen Behörden kooperiert und wieder auf freiem Fuß ist, bleibt Balda weiter in Haft. Er war bei der Reform der päpstlichen Finanzen durch Franziskus im vergangenen Jahr nicht mit einem Posten bedacht worden.

Neue Vatileaks-Affäre

Italienische Medien sprechen bereits von einem neuen Vatileaks-Skandal. Im Herbst 2012 waren private Dokumente aus dem Umfeld Papst Benedikts XVI. an die Öffentlichkeit gelangt. Welche Brisanz die jetzt weitergereichten Dokumente haben, ist noch nicht absehbar.

In den nächsten Tagen sollen zwei Bücher erscheinen, die sich auf die Unterlagen stützten und die nun mit Spannung erwartet werden - eine bessere Werbung konnte den Autoren nicht passieren.

Zwei Festnahmen im Vatikan
J.-C. Kitzler, ARD Rom
03.11.2015 14:28 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 02. November 2015 um 17:23 Uhr auf NDR Info.

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