Manuel Valls | Bildquelle: dpa

Präsidentschaftswahl in Frankreich Valls tritt an und zurück

Stand: 05.12.2016 18:40 Uhr

Frankreichs Premier Valls bewirbt sich als Kandidat der Sozialisten für die Präsidentschaftswahl. Dies war erwartet worden, nachdem der amtierende Präsident Hollande seinen Verzicht erklärt hatte. Valls gibt dafür sein Amt als Premier auf.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls will für die Sozialisten als Kandidat bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr antreten. Er gibt dafür seinen Posten als Regierungschef auf. "In vollem Einverständnis mit dem Präsidenten der Republik werde ich mein Amt ab morgen niederlegen", sagte Valls in Évry südlich von Paris.

Der Weg für den 54-Jährigen war frei geworden, nachdem der amtierende sozialistische Präsident François Hollande seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt hatte. Valls hatte ihn dazu gedrängt und zuletzt sogar offen mit einer Kampfkandidatur gedroht.

Doch Hollandes Verzicht ist nur ein erster Schritt, zunächst muss er seine Partei von sich überzeugen. Unter den Sozialisten steht er für den rechten, wirtschaftsfreundlichen Flügel. Errungenschaften der Linken wie die 35-Stunden-Woche kritisierte er als nicht zukunftsfähig. 2007 schlug er gar vor, die sozialistische Partei umzubenennen: Das "socialiste" sei überholt. Im Frühjahr setzte er dann ohne direkte Abstimmung durch die Nationalversammlung eine unpopuläre Arbeitsmarktreform durch.

Keine einfache Kandidatur

Viele Linke lehnen ihn wegen dieser Positionen ab. Deshalb ist unsicher, ob er die Vorwahl der Sozialisten und ihrer Verbündeten im Januar gewinnen wird. Ex-Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg, sein parteiinterner Rivale, verspricht eine Abkehr von der Politik des Tandems Hollande-Valls.

Doch der Kandidat der Sozialisten wird bei der Präsidentschaftswahl nicht nur gegen die Rechte, sondern auch gegen andere linke Kandidaten antreten müssen, unter anderem gegen Linkspartei-Mitbegründer Jean-Luc Mélenchon und den sozialliberalen Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron.

Dieses zersplitterte linke Lager hat nach derzeitigem Stand kaum Chancen auf die zweite Runde der Präsidentschaftswahl im Mai: In Umfragen liegen die Konservativen mit François Fillon und die Front-National-Chefin Marine Le Pen vorn.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Dezember 2016 um 20:00 Uhr.

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