Frankreichs Premier Valls in Calais | Bildquelle: REUTERS

Flüchtlingslager am Eurotunnel Valls im "Dschungel" von Calais

Stand: 31.08.2015 18:02 Uhr

"Sich ein Bild von der Lage machen", heißt es, wenn Politiker Orte im richtigen Leben besuchen. Heute war Frankreichs Regierungschef Valls im Flüchtlingslager von Calais, auch "Neuer Dschungel" genannt. Er will dort nun mit EU-Hilfe neue Zelte bauen.

Von Andreas Teska, ARD-Hörfunkstudio Paris

Als absolut unzumutbar beschreibt Jean Francois Corty von der Hilfsorganisation "Médecins du monde" die Zustände in Calais: "Hören Sie, wir haben heute immer noch an die 3000 Menschen, Männer, Frauen, Kinder, die schlafen draußen neben dem Aufnahmezentrum unter extrem unsicheren Bedingungen, sie haben Schwierigkeiten, sich zu waschen, sich vernünftig zu ernähren, beim Zugang zu Trinkwasser und medizinischer Behandlung."

Helfer: "Genug von diesen Maßnähmchen"

Heute nun gab es hohen Besuch im Aufnahmezentrum Jules Ferry, mal wieder. Premierminister, Innenminister, zwei EU-Kommissare: "Die Politik verschafft sich einen Eindruck von der Lage vor Ort", heißt so etwas dann häufig.

Corty findet, die sollten lieber endlich handeln: "Wir haben echt genug von diesen Maßnähmchen. Wir brauchen echte Maßnahmen, um die Menschen wirklich zu schützen. Es sind nicht Schweigeminuten, die Leuten helfen, sondern konkrete Taten an Ort und Stelle."

Frankreichs Regierungschef besucht Flüchtlingslager in Calais
tagesschau 20:00 Uhr, 31.08.2015, Mathias Werth, ARD Paris

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Valls: Calais ist eine Sackgasse

Frankreichs Regierungschef Manuel Valls ist hier in seinem Element. Der Mann war früher Innenminister, er ist schon länger befasst mit der Problematik. Humanität und Entschlossenheit lautet seine Standardformel, die er auch heute wiederholt. Humanität im Umgang mit denen, die wegen politischer Verfolgung Asyl beantragen, Entschlossenheit bei der Abschiebung derer, die nur aus wirtschaftlichen Gründen in  Frankreich Zuflucht suchen.

Frankreichs Premier Valls in Calais | Bildquelle: dpa
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Handschlag für die Soldaten: Frankreichs Premier Valls in Calais

Frankreichs Premier Valls in Calais | Bildquelle: REUTERS
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Handschlag für die Gendarmen: Frankreichs Premier Valls in Calais

"Diese Botschaft müssen die Herkunftsländer verstehen: Heutzutage wird die französisch-britische Grenze komplett überwacht", so Valls. "Nach Calais kommen bedeutet, sich in eine Sackgasse zu begeben. Zwecks Abschreckung sind die Sicherheit des Hafens und des Tunnels drastisch verstärkt worden und damit machen wir weiter." Die Zufahrt zum Tunnel gleicht einem Hochsicherheitstrakt.

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Flüchtlinge vor dem Eurotunnel bei Calais

Migranten am Eurotunnel Calais

Flüchtlinge in der Nacht bei Calais auf dem Weg Richtung Eurotunnel auf der Suche nach einer Gelegenheit, Großbritannien zu erreichen. | Bildquelle: AP

Und weil kaum noch einer rein oder gar rüber kommt, wachsen die Probleme in Calais. Großbritannien in Sichtweite, bleiben die Flüchtlinge kurz vorm Ziel stecken. Dass sie freiwillig umkehren oder gar nicht erst kämen, ist unrealistisch. Auch deshalb sagt Frans Timmermanns, der Vize-Präsident der EU-Kommission, weitere Hilfsgelder zu: "Wir stellen Frankreich bis zu fünf Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung", sagt er. "Die Mittel dienen einerseits dazu, ein Lager für humanitäre Hilfe für 1500 Migranten zu schaffen, wie wir sie hier heute gesehen anderen. Und andererseits, um den Transport von Asylbewerbern zu ermöglichen von Calais in andere Orte Frankreichs."

Sowohl Timmermanns als auch Valls verlangten aber eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise, inklusive einer gerechten Verteilung der Zuwanderer auf alle Mitgliedstaaten der EU.

Valls besucht Flüchtlingslager in Calais
A. Teska, ARD Paris
31.08.2015 17:15 Uhr

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