Schlusslicht

Skyline von Dubai | Bildquelle: REUTERS

Glücksministerium in den VAE Ein wirklich nützliches Amt

Stand: 10.02.2016 21:09 Uhr

Minister gibt es wie Sand am Meer, und je komplizierter die Regierungsbildung ist, desto zahlreicher und überflüssiger werden die Posten. Die britischen Komiker von Monty Python erdachten einst ein "Ministerium der albernen Gänge". Von solchem Unfug ist man in den Vereinigten Arabischen Emiraten weit entfernt. Dort gibt es nun: ein Ministerium für Glück.

Von Eckart Aretz, tagesschau.de

Ein Arbeitsminister sorgt für einen guten Arbeitsmarkt, ein Verteidigungsminister für eine wehrhafte Armee, und ein Ernährungsminister für, nun, das weiß man nicht so genau. Welcher Minister aber ist dafür verantwortlich, dass die Bürger eines Landes glücklich sind?

In Deutschland wäre die Frage schnell beantwortet, aber Ursula von der Leyen kann trotz aller unangekündigten Besuche nicht überall sein. Manche Länder werden das nicht unbedingt als Nachteil empfinden, müssen dafür aber selbst für das Glück ihrer Bürger sorgen. Die Ideen, auf die sie dabei verfallen, sind vielfältig. In Zentralasien setzt man neuerdings darauf, den Präsidenten auf Lebenszeit regieren zu lassen, anschließend übernimmt möglichst einer der Söhne. Der Rest fügt sich.

Mehr Glück am Golf

In den Vereinigten Arabischen Emiraten macht man es sich nicht so einfach. Zwar sind auch dort die Nachfolgefragen solide geregelt, zwar ist der Lebensstandard des Großteils der einheimischen Bevölkerung beachtlich, aber sind die Bürger deshalb glücklich?

Ohood bint Khalfan Al Roumi | Bildquelle: dpa
galerie

Und das ist die Ministerin, die das Glück der Menschen mehren soll: Ohood bint Khalfan Al Roumi

Um hier ganz sicher zu gehen, hat die Regierung nun das Amt einer Ministerin für Glück geschaffen. Die erste Amtsinhaberin ist 29 Jahre alt und soll nun Programme und Projekte aushecken, die die Menschen im Land glücklicher machen. Und überhaupt solle dieses Ziel nun Bestandteil der Arbeit aller Teile der Regierung sein.

Abgesehen davon, dass sich die Frage aufdrängt, welchem Ziel die Arbeit der Regierung vorher gewidmet war, bleibt für den Moment offen, welche Projekte dies sein könnten. Steuersenkungen, hierzulande lange ein Knaller unter den Parteiversprechungen, können es nicht sein, denn Steuern gibt es in den VAE nämlich faktisch nicht, wenn man mal von der läppischen 30-Prozent-Abgabe auf Alkohol absieht.

Möglicherweise soll die Glücksministerin vor allem anderen Ministern auf die Nerven gehen und einschreiten, wenn deren Ideen irgendwen nachhaltig unglücklich machen könnten - ein Ansatz, der auch hier dem oder der einen oder anderen durchaus gefallen könnte.

Darstellung: