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Keine Begeisterung - aber Freude über den Sieg des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obamas. Die Menschen auf den Straßen der arabischen Hauptstädte sind vor allem über eines froh: Dass die Amtszeit von George W. Bush bald vorüber ist.
Von Felix de Cuveland, ARD-Hörfunkstudio Amman
[Bildunterschrift: Zeitungsleser in der syrischen Hauptstadt Damaskus ]
Ein Busfahrer in Damaskus meint zu dem Wahlsieg Obamas: "Wir hoffen, dass sich mit der neuen amerikanischen Regierung die Verhältnisse im Nahen Osten verbessern. Was die Regierung Bush angerichtet hat, ist in jeder Hinsicht eine Katastrophe – politisch, wirtschaftlich, finanziell. Die Regierungszeit von George W. Bush war eine Zeit der Verantwortungslosigkeit und der Unreife, was die Lösung der Probleme anbelangt."
Das mischt sich mit vorsichtiger Hoffnung, dass es nun besser werden könnte: "Obamas Sieg könnte dazu beitragen, die Beziehungen zwischen den USA und dem Nahen Osten zu verbessern, vor allem das Verhältnis zu Syrien."
[Bildunterschrift: Damaskus: Der Wahlsieg von Obama bei den US-Wahlen hat hier Freude, aber keine Begeisterung ausgelöst. ]
Hatte Bush Syrien und Iran noch heftig angegriffen und ihnen vorgeworfen, Terroristen im Irak zu unterstützen, so schlägt Obama einen anderen Ton an. Er will mit beiden Ländern sprechen. Er setzt stärker auf den Dialog, will Schluss machen mit der simplen Logik der Bush-Regierung, zwischen "Guten" und "Bösen" im Nahen Osten zu unterscheiden. Das Motto: Die Guten sind auf unserer Seite und werden von uns unterstützt – mit den anderen sprechen wir nicht soll nun nicht mehr gelten.
[Bildunterschrift: Wenig angesehen in der arabischen Welt: US-Präsident Bush. ]
Gleichwohl bleiben die Hoffnungen begrenzt. Zu oft sind Erwartungen geweckt und enttäuscht worden, zu viele Friedensinitiativen und -vorschläge hat es gegeben, die kaum geboren, schon wieder vergessen wurden. Die USA, das steht fest, werden engster Verbündeter Israels bleiben – und schon das lässt den Bewegungsspielraum Washingtons in den Augen der Araber begrenzt erscheinen.
Die palästinensische Parlamentsabgeordnete Hannan Ashrawi verlangt von Obama denn auch mehr Druck auf Israel: "Obama muss nicht gleich das Rad neu erfinden – aber: So weitermachen wie bisher, das geht auch nicht. Die Ausweitung der Siedlungen auf palästinensischen Boden muss gestoppt werden, die israelische Sperrmauer muss fallen - und es muss Schluss sein mit den israelischen Militäraktionen und dem Töten. Das wären konkrete Schritte."
Bis dahin dürfte es aber noch ein weiter Weg sein. Illusionen macht sich im Nahen Osten niemand. Jordaniens König Abdullah formuliert es so: "Ich glaube nicht, dass sich die US-Außenpolitik sehr verändern wird. Vielleicht wird es Änderungen in einigen Aspekten geben, aber die werden nicht drastisch ausfallen."
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