Obama nach seinem Wahlsieg. (Bildquelle: AFP)

Obama legt Eid als US-Präsident ab Doppelte Zeremonie zur zweiten Amtszeit

Stand: 20.01.2013 15:27 Uhr

In Washington laufen die Feierlichkeiten: US-Präsident Obama tritt seine zweite Amtszeit an und wird vereidigt - heute in kleiner Runde im Weißen Haus, morgen dann vor dem Kapitol. Auch 2009 hatte er den Eid zwei Mal abgelegt - diesmal hat es aber andere Gründe. Obamas Vize Biden ist bereits in einer kurzen Zeremonie in der Marine-Sternwarte von der Obersten Richterin Sotomayor vereidigt worden.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington

Gut gelaunt ist US-Präsident Barack Obama in dieses Wochenende gegangen. Denn kurz vor dem Vereidigungsmarathon - Sonntagmittag in kleiner Runde im Weißen Haus und am Montag um 12.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) dann noch einmal mit großem Zeremoniell vor der Westseite des Kapitols - machten die Republikaner dem Präsidenten überraschenderweise ein kleines Geschenk zum zweiten Amtsantritt: Obamas politische Gegner teilten mit, dass sie die USA nicht der Gefahr eines Staatsbankrotts aussetzen wollen. Jedenfalls nicht innerhalb der ersten drei Monate nach der Obama-Vereidigung.

Entgegen ihrer ursprünglichen Absicht sind die Republikaner bereit, zumindest während der ersten hundert Tage der zweiten Obama-Amtszeit die Schuldenobergrenze zu erhöhen und der Regierung die Aufnahme neuer Kredite zu erlauben. Die werden dringend benötigt. Und zwar nicht nur, um die enormen Kosten des US-Sicherheitsapparates während der Obama-Vereidigung zu bezahlen.

Countdown zur Obama-Vereidigung
R. Sina, WDR Washington
19.01.2013 17:47 Uhr

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Der 44. US-Präsident kann kurzfristig aufatmen: Er muss nicht gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit Regierungsbehörden und Nationalparks schließen und der Welt mitteilen, dass die USA ihre Rechnungen leider nicht begleichen können.

Der neue Obama-Stil

Vor der Obama-Vereidigung: das Kapitol in Washington (Bildquelle: dapd)
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Vor der Obama-Vereidigung: das Kapitol in Washington

Er diskutiere nicht mit seinen politischen Gegnern über die Notwendigkeit neuer Kredite und er lasse sich nicht von ihnen als politische Geisel nehmen, hatte Obama kurz vor seinem zweiten Amtseid den Republikanern mitgeteilt. Dieser neue Obama-Stil der Entschlossenheit und der klaren Ansage scheint zu wirken - und wird auch seine Rede nach der Vereidigung prägen.

In den nächsten Wochen werde er alles tun, um seinen Maßnahmenkatalog zur Verschärfung der Waffengesetze Wirklichkeit werden zu lassen, kündigte Obama in seiner wöchentlichen Radio- und Internetansprache an. Und er machte deutlich, dass es in den kommenden vier Jahren entscheidend auf das politische Engagement der Amerikaner ankommt, um die Blockadepolitik der Republikaner zu durchbrechen - egal, ob es um Waffen, Staatsschulden oder Einwanderungsgesetze geht.

US-Präsident Obama tritt zweite Amtszeit an
tagesschau 16:15 Uhr, 20.01.2013, Tina Hassel, ARD Washington

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"Auf euch kommt es an", so lautete die Obama-Botschaft an die US-Amerikaner an diesem Wochenende. "Wenn ihr wie ich wollt, dass sich etwas ändert, müsst ihr mir dabei helfen. Ihr müsst Druck auf den Kongress und die Abgeordneten aus Euren Wahlkreisen ausüben", betonte der US-Präsident. Mit Hilfe seiner Wahlkampfmaschinerie will Obama während seiner zweiten Amtszeit eine Bürgerbewegung starten, eine außerparlamentarische Opposition gegen die Republikaner.

Politik macht Pause

US-Vizepräsident Joe Biden legt den Amtseid ab (Bildquelle: REUTERS)
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Vizepräsident Biden ist schon vereidigt: Er schwor auf eine Bibel, die US-Verfassung nach bestem Wissen zu verteidigen.

Doch an diesem Wochenende macht die Politik Pause in Washington: Das viertägige Vereidigungsevent begann am Samstag. Der Präsident lud alle Bürger des Landes zum Freiwilligendienst in ihren Gemeinden ein, um zum Beispiel bei der Essensausgabe für die Millionen von Obdachlosen zu helfen. Unter der Schirmherrschaft von Chelsea Clinton, der Tochter von Hillary und Bill, packten im Washingtoner Regierungsviertel Bürger Pakete für die US-Soldaten in Afghanistan. Und am Abend fanden die ersten Bälle statt - unter anderem mit Michelle Obama, ihren Töchtern Sasha und Malia sowie Stars wie Katy Perry.

Ein großartiges Wochenende wünschte Obama den Amerikanern, von denen Zehntausende aus allen Teilen des Landes bereits auf den Weg in die Hauptstadt sind, um am Montag dabei zu sein, wenn Obama den Amtseid ablegt. Übrigens zum vierten Mal: Zwei Mal tat er es bereits 2009, nachdem sich Amerikas Oberster Richter, John Roberts, bei der ersten Vereidigung versprochen hatte.

Und zwei Mal schwört Obama vor seiner zweiten Amtseinführung, dass er die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen werden: Einmal heute um 12.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) im Weißen Haus unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der 20. Januar ist laut Verfassung der Tag der Vereidigung.

Dieses Jahr fällt das Datum allerdings auf einen Sonntag - die pompöse Vereidigungszeremonie am Kapitol wird aber traditionell nicht an Sonntagen abgehalten. Daher wird Obama den Schwur für die Öffentlichkeit am Montag zur gleichen Zeit noch einmal wiederholen - dann mit großem Zeremoniell auf der Terrasse des Kapitols.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Januar 2013 um 12:00 Uhr.

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