Donald Trump | Bildquelle: AP

Treffen mit Obama im Weißen Haus Jetzt ist Trump Establishment

Stand: 10.11.2016 05:36 Uhr

Ab Januar wird das Oval Office dauerhaft Trumps Arbeitszimmer, doch heute ist der designierte US-Präsident noch einmal als Gast im Weißen Haus. Mit Präsident Obama will er die Amtsübergabe besprechen. Damit dürfte auch die Karriere von Hillary Clinton zu Ende gehen.

Von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Heute ist es soweit. Am frühen Abend empfängt Barack Obama seinen Nachfolger im Weißen Haus. Donald Trump ist am Ziel, im Oval Office, das im Januar dauerhaft sein Arbeitszimmer werden soll. Trump ist angekommen, hat die Republikaner überrascht, die Demokraten im Mark erschüttert. Obama wollte sein Erbe mit einer Nachfolgerin Hillary Clinton schützen. Auch er scheiterte und muss die Amtsgeschäfte nun an einen Mann übergeben, der jahrelang an seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft gezweifelt hat.

"Es ist kein Geheimnis. Der gewählte Präsident und ich haben ein paar bedeutende Meinungsunterschiede", erklärte Obama.  Trotzdem bot er Trump seine Unterstützung beim Einstieg in die Regierungsgeschäfte an. Es gehe darum, die unversöhnlichen Lager des amerikanischen Volkes zusammenzubringen.

Obama empfängt Trump im Weißen Haus
tagesschau24 10:00 Uhr, 10.11.2016, Torsten Beermann, ARD Washington

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Von Einheit war allerdings nichts zu spüren. "Not my president", riefen am Abend Tausende Demonstranten auf den Straßen von Chicago, Seattle, Phoenix, Los Angeles und auch in Manhattan, am Fuß des Trump-Towers. Mit ihren Bannern wandten sie sich gegen Rassismus und Diskriminierung. Sie warben für die Einwanderung in einem Land, das Einwanderer groß gemacht haben. Es kam auch zu Ausschreitungen, Portraits von Trump brannten, Schaufensterscheiben wurden eingeschlagen. "Wir waren so nah daran, zum ersten Mal eine Frau als Präsidentin zu bekommen, jetzt haben wir diesen weißen Nationalisten", sagte eine junge Frau.

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"Not my president" - Tausende Bürger protestieren gegen Trump

Ein Mann hält ein Schild mit der Aufschrift Not my president in der Hand

Nach dem überraschenden Sieg des Republikaners Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl ist es landesweit zu Protesten gekommen. Tausende Menschen gingen in zahlreichen Städten auf die Straße. Sie skandierten häufig "Not my President", ... | Bildquelle: AP

Versöhnliche Töne, großer Zweifel

Trump hatte am Wahlabend einen versöhnlichen Ton angeschlagen. Er wolle Präsident aller Amerikaner und im Umgang mit der Welt ein guter Partner sein. "Wir werden Gemeinsamkeiten suchen, keine Feindseligkeiten, Partnerschaft, nicht Konflikt." Ein neuer Donald Trump? Eine Demonstrantin hat Zweifel: "Er kann doch nicht einfach ausradieren, was er über Frauen, Schwule, Lateinamerikaner und Schwarze gesagt hat", meint sie.

Die Republikaner jubeln nach der Wahl. Sie werden den Präsidenten stellen, obwohl Hillary Clinton mehr Stimmen erhielt. Das altmodische System der Wahlleute aus allen Bundesstaaten macht das möglich. Die Republikaner verteidigten auch die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses. Sie haben freie Hand, um Richter für ein konservatives höchstes Gericht auf Lebenszeit zu benennen.

"Das ist nicht das Ergebnis, das wir wollten", sagte Hillary Clinton zwölf Stunden nach Donald Trumps Sieg in einer emotionalen Rede. "Es ist nicht das, wofür wir so hart gearbeitet haben." Clinton übernahm die Verantwortung: "Ich entschuldige mich dafür, dass wir diese Wahl nicht gewonnen haben." Die Ära der Clintons im politischen Amerika geht mit einem Paukenschlag zu Ende. Viele Wahlforscher dürften arbeitslos werden. Sie lagen mit ihren Prognosen völlig daneben.

Unklar, wohin die Reise geht

In welche Richtung die USA sich unter einem Präsidenten Trump entwickeln werden, ist nicht leicht zu sagen. Konservative wie Newt Gingrich und Rudy Giuliani sind für Ministerposten im Gespräch. Die Krankenversicherung Obamacare soll umgehend nach Trumps Amtsantritt gestrichen und ersetzt werden. Das amerikanische Handelsabkommen NAFTA wird modifiziert oder gekündigt, Klimaverordnungen Obamas werden einkassiert. Denn Trump glaubt nicht an den Klimawandel.

Während Wladimir Putin und die Rechte in aller Welt dem unkalkulierbaren Wahlsieger gratulierten, sorgen sich Demokraten in aller Welt über den Kurs der USA. "Das Land hat immer wieder einen Zickzack-Kurs genommen", so Obama, der Trump noch vor Tagen als völlig unqualifiziert für das Amt beschrieben hatte. "Manchmal bewegen wir uns in den Augen einiger Menschen vorwärts, andere denken, es geht zurück. Das ist in Ordnung so", sagte Obama.

Das sehen die Demonstranten anders. Die Trump-Dampfwalze, angetrieben von der Wut von Millionen, rollte die altmodischen Demokraten platt, die glaubten, das Wahlverhalten der Frauen, der Benachteiligten, der Unzufriedenen sei kalkulierbar. Ist es nicht. Es ist die Stunde der Rebellen, die der hergebrachten Art, Politik zu machen, den Kampf angesagt haben. Politisch gesehen war Trump so ein Rebell. Bis zur Wahl am Dienstag. Jetzt ist er Establishment.

Trump besucht Obama im Weißen Haus
A. Horchler, ARD Washington
10.11.2016 06:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. November 2016 um 06:05 Uhr

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