Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Trump bei einer Wahlveranstaltung in Florida am 24.10.2016 | Bildquelle: REUTERS

Vorwürfe in US-Wahl Nutzte Trump dubiose Steuertricks?

Stand: 01.11.2016 08:20 Uhr

Kurz vor der Wahl sieht sich der Republikaner Trump neuen Vorwürfen ausgesetzt. Laut einem Bericht der "New York Times" soll er in den 1990er-Jahren durch möglicherweise illegale Konstruktionen Millionen an Steuern vermieden haben. Sogar seine Anwälte hätten ihn gewarnt.

Donald Trump ist nach einem Bericht der "New York Times" in den 1990er-Jahren mithilfe dubioser Manöver womöglich um die Zahlung von Steuern in Höhe von Hunderten Millionen Dollar herumgekommen. Selbst seine Anwälte hätten sein Vorgehen für fragwürdig gehalten, berichtete die Zeitung. Demnach könnte Trumps Verhalten außerdem erklären, wie er einige Jahre später einen Verlust von mehr als 900 Millionen Dollar anmelden konnte und wegen der hohen Summe danach vermutlich fast 18 Jahre lang auf legalem Weg keine Abgaben zahlte.

Im Zentrum der Enthüllung steht die Pleite seines Casinoimperiums in Atlantic City in den frühen 1990er-Jahren. In der Folge wurden ihm allerdings Schulden in Höhe von Hunderten Millionen Dollar erlassen, was bereits damals viele Fragen aufwarf. Denn in der Regel werden stornierte Schulden als zu versteuerndes Einkommen gewertet, was bedeutet, dass Trump dem Finanzamt weitaus mehr Geld schulden würde.

Anwälte warnten Trump

Aus Dokumenten von vor 25 Jahren, die der Zeitung vorliegen, soll jedoch hervorgehen, dass Trump den Schuldenerlass gegen eine praktisch wertlose Eigenkapitalpartnerschaft ausgetauscht habe, um jegliche Steuerverbindlichkeiten zu vermeiden. Die Strategie gleicht in vielem einem Steuertrick, der damals schon verboten war. Trumps Anwälte hätten ihn gewarnt, dass das Finanzamt seine Methode im Falle einer Prüfung wahrscheinlich als inkorrekt einstufen würde, meldete die Zeitung weiter.

Der Kongress verbot den Trick im Jahr 2014 ausdrücklich. Zum Kreis der Abgeordneten, die sich für eine Schließung des Schlupflochs aussprachen, gehörte die damalige New Yorker Senatorin Hillary Clinton, Trumps demokratische Rivalin im Kampf ums Weiße Haus. Trumps Sprecherin Hope Hicks erklärte in einer Reaktion, ihr Chef glaube nicht, dass Steuerzahler "Steuererklärungen einreichen sollten, die sämtliche Zweifel zugunsten des Finanzamts ausräumen."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. November 2016 um 06:30 Uhr.

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