Donald Trump

Affäre um Clintons E-Mails Trump ruft Russen zum Hackerangriff auf

Stand: 27.07.2016 22:40 Uhr

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Trump kennt im Wahlkampf keine Tabus und provoziert weiter. Bei einer Rede in Florida forderte er den russischen Geheimdienst auf, Clintons E-Mailfach zu knacken.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Donald Trump hat Russland dazu gedrängt, Hillary Clintons E-Mails zu hacken. Bei einem Wahlkampfauftritt sagt er wörtlich: "Russland, wenn ihr zuhört. Ich hoffe, ihr schafft es die 30.000 E-Mails zu finden, die verschwunden sind. Ihr würdet von unserer Presse dafür belohnt."

Donald Trump spielt auf Clintons E-Mail-Affäre an. In ihrer Zeit als Außenministerin hatte Hillary Clinton dienstliche E-Mails über einen privaten Account verschickt. Das FBI hat die Affäre untersucht und Clinton als äußerst nachlässig kritisiert. Sie konnten aber kein absichtliches Fehlverhalten finden. Clinton selbst hat die Nutzung eines privaten Servers als Fehler bezeichnet.

Empörung bei den Demokraten

Für den Aufruf an Russland, Clintons E-Mails auszuspionieren, hagelt es nun Kritik. Auch vom demokratischen Senator Chris Murphy. Er wies auf CNN Trump in die Schranken. Das sei zu viel des Guten, sagte er. "Ich finde, das ist Verrat."

Auch Clintons Team kritisiert Trumps Aufruf scharf. Es sei das erste Mal, dass ein Präsidentschaftskandidat ein anderes Land auffordere, den politischen Gegner auszuspionieren. Das werde gerade zu einer Frage der Nationalen Sicherheit. Und der ehemalige Verteidigungsminister Leon Panetta ist fassungslos über Trumps Statement. Er findet diese Statements ungeheuerlich. Man habe einen Präsidentschaftsbewerber, der die Russen auffordert, sich in US-Politik einzumischen.

Entsetzen bei den Republikanern

Und auch bei den Republikanern ist man erschrocken über Trumps Aufforderung. Trump spaltet die Partei damit weiter und der Spitzenkandidat bekommt aus den eigenen Reihen Gegenwind.

Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, beeilte sich, ein Statement rauszugeben. Darin heißt es, Russland sei eine globale Bedrohung und werde von einem verschlagenen Tyrannen regiert. Putin solle sich aus dieser Wahl raushalten.

Was verbindet Trump und Putin?
Morgenmagazin, 28.07.2016, Olaf Bock, ARD Moskau

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E-Mails der Demokraten gehackt

Am Wochenende waren auf der Enthüllungsplattform Wikileaks gehackte E-Mails veröffentlicht worden. Anschließend wurde der Verdacht geäußert, daß Accounts der Demokratischen Partei von russischen Hackern geknackt wurden und Russland so versuche, die Wahl in den USA zu beeinflussen. Das FBI ermittelt. Donald Trump hatte in derselben Pressekonferenz, in der er Russland zum Spionieren aufrief, versucht, sich von dem früheren Daten-Hack zu distanzieren. Wörtlich sagte er "Das ist so weit hergeholt. Lächerlich. Ehrlich, ich wünschte, ich hätte diese Macht. Aber Russland hat keinen Respekt für unser Land."

Trump poltert weiter

Diejenigen, die gehofft hatten, daß Trump sich nach seiner Nominierung staatsmännischer verhalten würde, wurden nun eines Besseren belehrt. Der Spitzenkandidat poltert weiter durch den Wahlkampf und verschreckt damit sicher einmal mehr viele auch in der eigenen Partei.

Trump fordert Russen auf, Clintons E-Mails zu hacken
M. Buttler, ARD Washington
27.07.2016 21:46 Uhr

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