US-Präsident Obama auf einer Wahlkampfveranstaltung | Bildquelle: AP

Obamas Reaktion auf Trump-Anhänger "Don't boo - vote!"

Stand: 05.11.2016 09:54 Uhr

Im heißen Wahlkampfendspurt hat US-Präsident Obama auf einer Veranstaltung in North Carolina kühlen Kopf bewiesen: Einem störenden Trump-Anhänger, aber auch den darüber empörten Clinton-Anhängern, gab er eine Lektion in zivilem Umgang miteinander.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Am Dienstag wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Das Land ist zutiefst gespalten. Und selten war ein Wahlkampf so schmutzig und hasserfüllt. Das ist auch bei den Wahlkampfveranstaltungen spürbar. Immer wieder werden die Auftritte der Wahlkampf-Redner durch Protestdemonstranten gestört.

Und nicht alle Kandidaten gehen damit so souverän um, wie dies US-Präsident Barack Obama kann. Donald Trump zum Beispiel machte es sogar zu seinem Markenzeichen, seine Anhänger gegen Protestierende und Störer aufzuhetzen: "Wir dürfen ja leider nicht mehr zurückschlagen. Wissen Sie, was man früher mit solchen Typen gemacht hätte: Man hätte sie auf einer Bahre herausgetragen. Ich würde ihm gerne ins Gesicht schlagen!" Trump mäßigte sich erst, nachdem es auf einigen seiner Veranstaltungen zu gewalttätigen Ausschreitungen kam.

Trump-Anhänger auf einer Wahlkampfveranstaltung der Demokraten | Bildquelle: AFP
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Was tun mit Zwischenrufern? Dieser Trump-Anhänger störte US-Präsident Obama bei seiner Rede.

Auch Obama wurde gestern auf einer Wahlkampfveranstaltung für Hillary Clinton in North Carolina in seiner Rede unterbrochen. Ein älterer Mann in Uniform mit einem Trump-Schild in der Hand störte Obamas Rede mit Zwischenrufen. Erregte Anhänger der Demokraten sprangen auf und hätten den Trump-Anhänger an liebsten herausgeworfen.

"Seid mal eine Sekunde ruhig"

Doch Obama ließ das nicht zu: "Setzt Euch hin und seid mal eine Sekunde ruhig! - Jetzt hört zu! Mir ist das ernst.", sagte er. "Da ist ein älterer Herr, der seinen Kandidaten unterstützt. Der tut Euch nichts! Vor dem braucht Ihr keine Angst zu haben!" Und er fügte hinzu: "Erstens leben wir in einem Land, das die Redefreiheit respektiert. - Zweitens sieht er aus, als habe er vielleicht beim Militär gedient. Das müssen wir respektieren. Drittens sieht er schon älter aus. Und Ältere gilt es zu respektieren!" Und schließlich: "Buht nicht, sondern wählt!"

Obama und der Trump-Fan (Originalton)
05.11.2016

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Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass Obama so besonnen reagierte. Doch in diesem aufgeheizten Wahlkampf, in dessen Endphase sich Trump und Clinton gegenseitig mit Negativkampagnen überbieten und sich beide Lager nur noch verachten, am Ende dieses langen und schmutzigen Wahlkampfs war Obamas Reaktion fast schon außergewöhnlich.

Obama reagiert souverän auf störenden Trump-Anhänger
M. Ganslmeier, ARD Washington
05.11.2016 09:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. November 2016 um 07:49 Uhr

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