Hillary Clinton bei einem Wahlkampfauftritt in Fort Lauderdale, Florida | Bildquelle: dpa

Endspurt im US-Wahlkampf Clintons Wut auf das FBI wächst

Stand: 02.11.2016 07:53 Uhr

Das FBI hat einen alten Bericht über eine Begnadigungsentscheidung von Ex-Präsident Bill Clinton aus dem Jahr 2001 veröffentlicht. Im Lager seiner Frau und Präsidentschaftkandidatin sieht man darin Methode. Ihr Gegenkandidat Trump wittert Morgenluft.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Experten der Bundespolizei FBI lassen derzeit die neu aufgetauchten E-Mails nach bestimmten Suchkriterien scannen: Welche der Mails stammen von Hillary Clinton? Welche waren möglicherweise als geheim gekennzeichnet? Oder sind die Mails auf dem Laptop von Anthony Wiener, dem Noch-Ehemann der Clinton-Vertrauten Huma Abedin, identisch mit den längst vom FBI untersuchten Mails?

Fragen über Fragen, auf die es nach Einschätzung von Experten wohl erst Wochen nach der Wahl Antworten gibt. Im Wahlkampf-Team von Clinton herrscht deshalb Empörung über das FBI und ihren Chef James Comey: "Wenn es um Donald Trump und die Untersuchungen gegen ihn geht, sagen sie nichts", kritisiert Clintons Sprecher Robby Mook. "Wenn es aber gegen Clinton geht, dann reden sie sehr bereitwillig."

FBI-Chef James Comey | Bildquelle: AFP
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Beeinflusst seine Behörde den Wahlkampf? FBI-Chef James Comey

Alte Dokumente tauchen jetzt auf

Als Beispiel nannte Clintons Sprecher die Weigerung des FBI-Chefs, Hinweise auf russische Einflussnahmen auf die US-Wahl publik zu machen. Ebenfalls kein Zufall ist aus Sicht der Demokraten, dass auf der Internetseite des FBI ausgerechnet jetzt 17 Jahre alte Dokumente über Bill Clinton und eine seiner umstrittensten Begnadigungen auftauchen.

An seinem letzten Amtstag als Präsident hatte Bill Clinton den in die Schweiz geflohenen Steuersünder Marc Rich begnadigt, dessen Ehefrau zuvor eine große Summe für Clintons Präsidentenbibliothek gespendet hatte. Das FBI verteidigte die Veröffentlichung mit dem Hinweis auf das Recht der Bürger, Dokumente einsehen zu dürfen.

Trumps Tage der Freude

Trump kann sich somit kurz vor der Wahl über mehrere Steilvorlagen freuen: Clintons Mails; weitere Wikileaks-Veröffentlichungen, die belegen, dass Clinton vor einer TV-Debatte im Vorwahlkampf eine Frage vorab gesteckt wurde; und die im kommenden Jahr deutlich ansteigenden Beiträge für die Krankenversicherung Obamacare. "Die werden wir sofort am ersten Amtstag abschaffen und ersetzen!", kündigte Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania an.

Clinton kritisiert erneut Trumps Umgang mit Frauen
tagesschau 08:00 Uhr , 02.11.2016

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In den Umfragen ist der noch vor einer Woche deutliche Vorsprung Clintons auf zwei bis fünf Prozentpunkte geschmolzen. Sie versucht deshalb die Aufmerksamkeit auf andere Themen zu lenken. In ihrer Wahlkampfrede in Florida forderte sie Trump auf, er solle noch vor der Wahl endlich seine Steuererklärungen veröffentlichen. Besonders interessant seien Trumps mögliche Geschäfte mit Russland.

Und mit Blick auf die wahlentscheidenden Stimmen der Wählerinnen kritisierte Clinton erneut Trumps Umgang mit Frauen: "Er nennt Frauen ständig hässlich, widerlich und böse." Außerdem setzt Hillary Clinton in den kommenden Tagen ihre "Geheimwaffe" ein: US-Präsident Barack Obama wird bis zum 8. November tägliche Wahlkampfauftritte für seine frühere Außenministerin absolvieren. Obama soll vor allem die Afroamerikaner und die Jungwähler motivieren, jetzt erst recht Clinton zu wählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2016 um 08:00 Uhr.

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