Bobblehead-Figuren von Trump und Clinton | Bildquelle: dpa

Endspurt im US-Wahlkampf Last-Minute-Appelle

Stand: 08.11.2016 13:58 Uhr

Im Endspurt ihres erbitterten Wahlkampfes haben Hillary Clinton und Donald Trump noch einmal alles gegeben. Beide absolvierten ein Marathonprogramm in wichtigen Bundesstaaten. Die Wahl begann in einem Dorf in New Hampshire - dort wurde das Ergebnis direkt bekannt gegeben.

Mit einem fulminanten Finale haben Donald Trump und Hillary Clinton den wohl spektakulärsten Wahlkampf in der US-Geschichte zu Ende gebracht. Bis in den späten Abend schworen die beiden Kontrahenten ihre Anhänger auf den Wahltag ein. Trump tourte noch am Vortag der Wahl durch fünf wichtige Staaten, Clinton durch drei.

Enges Rennen zwischen Clinton und Trump erwartet
tagesschau 14:00 Uhr, 08.11.2016, Torsten Beermann, ARD Washington

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"Will Präsidentin für alle sein"

"Ihr habt die Wahl zwischen einer verlässlichen und starken Staatsführung und einem unsicheren Kantonisten, der alles aufs Spiel setzt", sagte Clinton unter dem Jubel Tausender Anhänger in Philadelphia. "Wir stehen vor der größten Prüfung unserer Zeit." Die Demokratin erklärte, sie wolle "Präsidentin für alle sein" - auch für die, die sie nicht wählten.

Rund 40.000 Anhänger Clintons fanden sich nach Angaben der Veranstalter in Philadelphia ein. Bei der Abstimmung gehe es um eine "klare Wahl", sagte sie. Ihrem republikanischen Herausforderer warf Clinton Unberechenbarkeit vor. "Er könnte alles in Gefahr bringen", sagte sie. Trump habe die Bürger des Landes bewusst entzweit.

Clinton bot wie bereits in den Vortagen noch einmal alles auf, was die demokratische Partei personell zu bieten hat: Präsident Barack Obama und First Lady Michelle Obama, dazu ihren Ehemann und ehemaligen Präsidenten, Bill Clinton, sowie ihre Tochter Chelsea.

Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton | Bildquelle: AP
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Hillary Clinton bei ihrer Abschlusskundgebung in Philadelphia. Unterstützung erhielt sie erneut von Präsident Barack Obama (links) und ihrem Mann Bill Clinton.

"Wir werden die wegpusten"

Donald Trump dagegen sieht sich als klaren Wahlsieger. Er glaube den Umfragen nicht, die auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Clinton hindeuteten, erklärte Trump am Abend in Scranton im Staat Pennsylvania. "Ich denke, wir werden die wegpusten." Clinton bezeichnete er als Teil einer korrupten Washingtoner Polit-Elite. Sein Wahlsieg werde das Ende des "korrupten Washingtoner Establishments" einläuten, verkündete Trump.

Vor der Kundgebung in Scranton warb Trump in Raleigh in North Carolina um Stimmen. Dort malte er ein düsteres Bild vom Leben in den USA. Das Land werde von Problemen wie Überschuldung und hoher Kriminalität geplagt, die nur er lösen könne. "Ihr habt noch einen halben Tag, um jeden Traum, den ihr euch jemals für euer Land und eure Familien erträumt habt, wahr werden zu lassen", rief er.

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump | Bildquelle: REUTERS
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Donald Trump gab sich überzeugt: "Ich denke, wir werden die wegpusten." Sein Wahlsieg werde das Ende des "korrupten Washingtoner Establishments" einläuten, verkündete er.

Die erste Station seiner letzten Wahlkampftour machte der Republikaner in Florida. Dort braucht Trump unbedingt einen Sieg, um sich gegen Clinton durchzusetzen. Vor seinen Anhängern erhob er einmal mehr den Vorwurf, dass Clinton als Mitglied der Washingtoner Elite offenbar über der Justiz stehe. "Das System ist manipuliert, aber zumindest wissen wir es", sagte Trump und kritisierte vor allem FBI-Direktor James Comey. Dieser hatte am Sonntag den Kongress darüber informiert, dass neu aufgetauchte E-Mails keinen Anlass für eine strafrechtliche Ermittlung gegen Clinton geben. Zum gleichen Schluss war Comey bereits im Juli nach einer einjährigen Untersuchung zu Clintons Nutzung eines privaten E-Mail-Servers für dienstliche Zwecke gekommen. Der FBI-Direktor ist Mitglied der Republikaner.

In Dixville Notch gibt es bereits ein Ergebnis

Traditionell den Auftakt zum Wahltag gibt das winzige Dorf Dixville Notch nahe der Grenze zu Kanada. Es wird aber eher als Kuriosum und nicht als Leitwert für den Rest der Nation gesehen, die Stimmen wurden direkt ausgezählt. Vier Stimmen entfielen auf Clinton, zwei Stimmen auf Trump und eine Stimme auf den Drittkandidaten Gary Johnson. Ein achter Wähler war offenbar mit dem Angebot unzufrieden und schrieb den Namen des früheren republikanischen Kandidaten Mitt Romney auf den Wahlzettel. Der volle Start in den Wahltag erfolgte an der Ostküste um 06.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MEZ), als in mehreren Staaten der Region flächendeckend die Wahllokale öffneten.

Besonders schmutzige Schlammschlacht

Der US-Wahlkampf wurde dieses Mal besonders erbittert geführt und von persönlichen Angriffen bestimmt. Aktuelle Umfragen zeigen gute Chancen für Clinton: Das Portal RealClearPolitics, das seit Monaten einen Querschnitt aller Umfragen erhebt, sah die 69-Jährige mit zwei Punkten vorn. Letztendlich kommt es aber auf eine Reihe von besonders umkämpften Staaten an, darunter Florida, Pennsylvania und New Hampshire. In einigen wenigen Staaten hatte sich das Gewicht zuletzt etwas zugunsten von Trump verschoben. Entscheidend ist am Ende nicht die absolute Stimmenzahl, sondern die Zahl der Wahlmänner. Die Mehrheit liegt bei 270. Clinton habe 203 sicher, Trump 164, und 171 seien noch nicht zuzuordnen, errechnete RealClearPolitics.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. November 2016 um 22:15 Uhr.

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