Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa | Bildquelle: AP

Zuwendungen im US-Wahlkampf Ein bisschen Geld von deutschen Firmen

Stand: 29.08.2016 09:45 Uhr

Zwar sind ausländischen Unternehmen direkte Wahlkampfspenden in den USA verboten - indirekt gibt es aber doch Wege. Und die nutzen deutsche Firmen, wenn auch eher zurückhaltend. Am meisten profitieren Trumps Republikaner.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Donald Trump hält nicht viel von Deutschland. Die Lage dort sei wegen der vielen Flüchtlinge "katastrophal". Die Politik Angela Merkels nennt er ein Desaster, und wenn er seine Konkurrentin Hillary Clinton mit Angela Merkel vergleicht, bekommen seine Anhänger Zustände. Außerdem ist er gegen ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA.

Warum sollten also deutsche Unternehmen Trump überhaupt unterstützen? Tun sie auch nicht. Auf Anfrage schreibt die Deutsche Bank zurück: "Die Deutsche Bank spendet weder Geld an Donald Trump noch an andere Präsidentschaftskandidaten. Wahlkampfspenden in den USA sind der Deutschen Bank als Unternehmen gar nicht erlaubt. Folglich trägt die Deutsche Bank auch nichts zu Präsidentschafts-Kampagnen bei."

Der Chemiekonzern BASF äußert sich ähnlich: "Das BASF Corporation Employees PAC spendet nicht an Präsidentschaftskandidaten." Sie dürften das auch gar nicht. Laut Gesetz ist es ausländischen Firmen untersagt, für den US-Wahlkampf zu spenden.

Über den Umweg PAC geht mehr

Aber kein Gesetz ohne Lücke. Man kann in den USA einen Verein gründen - ein sogenanntes Political Action Committee, kurz PAC. Dieser Verein sammelt dann das Geld ein und verteilt es. Aber nicht an die beiden Kandidaten Clinton und Trump, sondern an Abgeordnete und Senatoren, die entweder in Washington etwas zu sagen haben oder in den Bundesstaaten.

Über diesen Umweg finanzieren fast alle großen deutschen Unternehmen von der Allianz, über Siemens bis zu BASF den US-Wahlkampf mit. In den meisten Fällen bekommen die Konservativen mehr. So verteilte der deutsche Chemiekonzern 73 Prozent seiner Wahlkampfspenden an die Republikaner.

Dürre Zuwendung von der Deutschen Bank

Ähnlich fällt das Verhältnis bei der Deutschen Bank aus. Sie schüttete fast ihren gesamten Spendentopf über den Republikaner aus. Allerdings ist dieser vergleichsweise klein, mit nur 36.700 Dollar. Amerikanische Banken geben Millionen. Das Geld kommt von einem Verein, den ein Mitarbeiter der Deutschen Bank in den USA gründete - nicht irgendein Mitarbeiter, sondern der Lobbyist der Bank in Washington. "Über die Verwendung der Spenden entscheiden zu 100 Prozent die Mitarbeiter und nicht die Bank", heißt es in einem Schreiben an das ARD-Studio in Washington.

Das Verhältnis zwischen Trump und der Deutschen Bank ist nicht ungetrübt. 2005 waren die Deutschen einer der größten Geldgeber für sein Immobilienimperium. Er flog sie in seinem Privatjet ein, schreibt das "Wall Street Journal". Doch dann kam die Finanzkrise. Immobilienprojekte stürzten ein, man traf sich vor Gericht. "Trump wurde zur unerwünschten Person", schreibt die Zeitung.

Insgesamt ist die deutsche Industrie nicht sehr glücklich über den umstrittenen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner. Der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie, Ulrich Grillo, sagte in einem Interview mit dem "Spiegel" über Trump: "Er ignoriert die Realitäten des 21. Jahrhunderts."

US-Wahlkampf: Unterstützung aus Übersee
Sabrina Fritz, ARD Washington
29.08.2016 09:55 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. August 2016 um 09:27 Uhr.

Darstellung: