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US-Waffenlobby äußert sich zu Massaker von Newtown
Mit noch mehr Waffen gegen Waffen
Die US-Waffenlobby National Rifle Aossciation (NRA) hat sich gegen eine Verschärfung der Waffengesetze ausgesprochen. Auf einer Pressekonferenz in Washington forderte der Vize-Chef der NRA, Wayne LaPierre, stattdessen, mehr bewaffnete Sicherheitskräfte in Schulen einzusetzen. Die NRA sei bereit, beim Training für entsprechende Programme zum Schutz von Schulkindern mitzuhelfen.
"Das einzige, was einen bösen Menschen mit einer Waffe stoppen kann, ist ein guter Mensch mit einer Waffe", sagte LaPierre. Eine Schule ohne Waffen wäre für Attentäter ein Signal, dass hier nur ein geringes Risiko bestehe. Gleichzeitig gab LaPierre den Medien und den Produktionsfirmen von Videospielen die Schuld an Amokläufen wie in Newtown. Er verwies dabei auf Killerspiele und grausame Mordszenen in Filmen und TV-Serien. Diese seien verantwortlich für die zunehmende Gewalt, so LaPierre.
Die Pressekonferenz wurde mehrfach von Demonstranten unterbrochen. Ein Mann hielt ein Spruchband mit den Worten "Die NRA tötet unsere Kinder" hoch, eine Frau wurde nach lautstarken Protesten aus dem Saal geführt.
Obama: "Ich brauche Ihre Hilfe"
Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama den Befürwortern eines strengeren Waffenrechts den Rücken gestärkt. In einer Videobotschaft wandte er sich an mehrere Hunderttausend US-Bürger, die eine entsprechende Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses unterzeichnet hatten.
Darin rief Obama sie dazu auf, den Kampf für schärfere Kontrollen beim Verkauf von Waffen fortzusetzen. "Ich brauche Ihre Hilfe", sagte er in dem Video. Die Befürworter schärferer Waffengesetze müssten den Druck auf die Abgeordneten aufrechterhalten. "Rufen Sie Ihre Kongressvertreter so oft an wie nötig, bekennen Sie Farbe und sagen Sie im Namen unser aller Kinder: 'Es reicht'."
Stefan Niemann (ARD) zur Pressekonferenz der NRA
tagesschau 17:00 Uhr, 21.12.2012
Reformvorschläge noch im Januar?
Obama will den Kongress dazu bewegen, den Verkauf von Sturmgewehren zu verbieten sowie den bisher weitgehend unkontrollierten Handel mit Waffen strenger zu kontrollieren. Entsprechende Reformvorschläge will die Regierung im Januar vorlegen.
Ausgelöst worden war die Debatte durch das Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule in der Kleinstadt Newtown im US-Bundesstaat Connecticut. Dort hatte vor einer Woche ein bewaffneter Mann 27 Menschen getötet, darunter 20 Kinder.
US-Bundesstaat Ohio lockert Waffengesetze
Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, sprach sich derweil für eine Lockerung der Waffengesetze aus. Er unterschrieb ein entsprechendes Gesetz für seinen Bundesstaat. Künftig müssen die Bürger des Bundesstaates demnach nur einmal eine Prüfung ablegen, um eine Waffe verdeckt mitführen zu dürfen. Bislang mussten sie dies jedes Mal bei der Erneuerung ihres Waffenscheins tun. Kasich begründete seinen Schritt damit, dass das in der US-Verfassung festgeschriebene Recht auf Waffenbesitz nicht angetastet werden dürfe.
Stand: 21.12.2012 17:46 Uhr
