Mitsubishi-Manager Hikaru Kimura verbeugt sich, um sich für die Zwangsarbeit gefangen genommener US-Soldaten zu entschuldigen | Bildquelle: AP

Zwangsarbeit von US-Soldaten im 2. Weltkrieg Mitsubishi bittet um Verzeihung

Stand: 20.07.2015 09:03 Uhr

Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat sich mit Mitsubishi Materials ein großes japanisches Unternehmen dafür entschuldigt, amerikanische Gefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt zu haben. Für den Konzern hatten fast 900 Kriegsgefangene in Bergwerken geschuftet.

Der Rohstoffkonzern Mitsubishi Materials hat sich als erstes japanisches Großunternehmen für die Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen aus den USA während des Zweiten Weltkriegs entschuldigt.

Mitsubishi-Manager Hikaru Kimura sagte während eines Treffens mit ehemaligen US-Zwangsarbeitern in Los Angeles, er sei gekommen, "um unsere reumütigste Entschuldigung auszusprechen dafür, dass sie während des Zweiten Weltkriegs zu harter Arbeit gezwungen wurden, als sie in von Mitsubishi betriebenen Minen arbeiteten". Die damaligen Arbeitsbedingungen seien "extrem hart" gewesen. "Als Nachfolgeunternehmen von Mitsubishi Mining können wir nicht anders, als eine tiefe ethische Verantwortung für diese Tragödie der Vergangenheit zu empfinden", fügte Kimura bei der Zeremonie im Museum für Toleranz des Simon Wiesenthal Center hinzu.

US-amerikanische Kriegsgefangene bei ihrer Befreiuung aus dem Lager Ofuma | Bildquelle: picture alliance / AP Images
galerie

US-amerikanische Kriegsgefangene bei ihrer Befreiuung aus dem Lager Ofuma

Mitsubishi Materials ist offenbar das erste japanische Unternehmen, das sich für die Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen entschuldigte. Die Regierung in Tokio hatte sich vor fünf Jahren zu einer offiziellen Entschuldigung durchgerungen. Mitsubishi Mining hatte laut Kimura fast 900 Kriegsgefangene in vier japanischen Bergwerken schuften lassen, in anderen japanischen Firmen wurden tausende weitere US-Gefangene zur Arbeit gezwungen.

Einer der Überlebenden, der 94-jährige James Murphy, nahm Kimuras "ehrliche, demütige" Entschuldigung ausdrücklich an. "70 Jahre nach dem Kriegsende wurden die Kriegsgefangenen um etwas sehr Einfaches gebeten, sie wurden um Verzeihung gebeten", sagte Murphy. Er hoffe, dass andere japanische Unternehmen dem Vorbild von Mitsubishi Materials nun folgten.

Darstellung: